2011

Bericht DirtSau Run 2011

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So, nun noch einmal ein etwas ausführlicher Bericht inklusive Bildmaterial zum DirtSau Run 2011. Am 22.10, früh morgens gings zur Anmeldung. Raureif lag auf den Wiesen. Das versprach ein kühler Tag zu werden. Der Startplatz lag auf einer kleinen Lichtung am Rande eines Waldgebietes. Das Wetter versprach sonnig zu werden, trotz alledem lagen die Temperaturen im unteren, einstelligen Bereich. Also Flux angemeldet und zurück ins Hotel gedüst. Erst mal mit der Familie gemütlich frühstücken und Kohlenhydrate tanken.

Danach wurde die Kleiderwahl getroffen. Nicht zu warm, aber auch nicht zu kalt durften die Klamotten sein. Das ist meist eine schwierige Entscheidung, die immer etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt als gedacht. Da es weder ein Streckenprofil noch eine ausführliche Hindernisbeschreibung gab, wußte ich nicht genau, wie oft und wie sehr ich das kühle Nass zu spüren bekommen würde. Nun ja, nach ein paar Anproben diverser Outfits war die Wahl getroffen. Chicken auf den Kopf und los ging`s. Zwischenzeitlich hatte sich der Startplatz gut gefüllt, und die Sonne den Startplatz in ein strahlendes Licht gehüllt. Leider sah es wärmer aus als es tatsächlich war :-(. Die „Oberwildsau“ gab eine kurze Renneinweisung, beglückwünschte dabei all jene, die sich für die 20 km angemeldet hatten. Auch ich gehörte zu den „Glücklichen“, ohne zu wissen, was da auf mich zukommen würde.

Ein kleiner war, dass ich mit ca. 100 anderen Läufern als erstes ins Rennen gehen durfte. Leider war die Streckenführung zu Beginn nicht sehr deutlich markiert, sodass die vordersten Läufer direkt den falschen Weg einschlugen. Der Rest der Wildsäue treudoof hinterher. Auch ich war unter diesen Ahnungslosen. Nach ca. 500 Metern brach plötzlich Panik an der Spitze des Feldes aus. Übersetzt auf hochdeutsch: „Oh, wir sind falsch“, „Wo ist denn der richtige Weg“. Es dauerte einigee Minuten, bis wir dann die richtige Strecke gefunden hatten. Zwischenzeitlich war die zweite Welle gestartet und wir waren nun hinter den 10 km-Läufern. „Schöne Schei…“, dachte ich mir, das beginnt ja vielversprechend. Was dann folgte war die anspruchsvollste Laufstrecke, die ich bisher absolviert habe. Von Laufen konnte bergauf nicht mehr die Rede sein reden, da die enorme Steigung viele zum Gehen zwang. Hinzu kam, dass sich ein ewig langer“ Läuferlindwurm“ durch die steilen Schluchten den Waldes schlängelte. Links und rechts versuchten ganz „Schnelle“ vorbei zu hasten, was nicht viel Zeitersparnis brachte. Nach unzähligen Steigungen und Gefällen durch den Wald kam nach ca. 6,5 km der Hindernisparcours, der rund um den Startplatz angeordnet waren.

Die vorwiegend aus Holz bestehenden Hindernisse waren in der ersten Runde in einer recht guten Verfassung und gut zu überwinden. Ein Anhänger mit gestapelten Holzstämmen stelle für mich die größte Herausforderung dar. Er war ca. 3 – 4 m hoch. Dabei stauten sich die Läufer an diesem Hindernis, was leider zu erwarten war. Trotz des noch recht trockenen Terrains waren die Seile, die als Steighilfe dienten, vom Matsch der Vorläufer schon recht glitschig geworden. Nach der ersten Hindernisrunde folgte eine kleinere, 3 km Laufrunde, die einen Teil der ersten 7 km Runde ausmachte. Das Zweite überwinden der Hindernisse wurde schon schwieriger, da nun fast alle Hindernisse mit einer schmierig-seifigen Matschschicht überzogen waren. Langsam spürte ich auch die 10 km bergauf- und ab in den Knochen. Einen Augenblick dachte ich auch ans Aufhören. 10 km sind doch genug. Diese Laufchallenge hatte ich so nicht erwartet. Doch schnell verflog der Gedanke. Weshalb hatte ich mich für die 20 km angemeldet? Damit ich nach 10 km aufhöre? Nein.

In der zweiten 7 km Runde waren nur noch wenige Mitläufer anzutreffen. Auch gut, so konnte ich wenigstens ungestört die Höhenmeter fressen. Langsam stellten sich erste Ermüdungserscheinungen ein. Jetzt wurde es auch zu einer Kopfsache. Kaum noch Mitstreiter, teilweise alleine auf der Strecke und brennende Oberschenkel. Vor allen Dingen am sogenannten „Arschberg“ brennten diese trotz sinkenden Temperaturen. Die Holzhindernisse waren in der dritten Runde nur noch Schmierseife. Es war wirklich eine Herausforderung, diese zu meistern. Teilweise konnten diese nur mit der Hilfe der wenigen Mitstreitern überwunden werden. Die gelaufenen Kilometer und die sinkenden Temperaturen taten ihr übriges. Der Anhänger mit den Holzstämmen wurde zwischenzeitlich gesperrt. Zu gefährlich. Zu glitschig.

Nun lagen nur noch 3 km vor mir. Mitläufer waren kaum noch auszumachen. 15 Minuten nach meiner dritten Runde wurden die mir Nachfolgenden aus dem Rennen genommen. Sie durften aufgrund der abnehmenden Lichtverhältnisse den Wald niht mehr betreten. Schade, es wurde aber auch merklich dunkler. „Nur noch“ 3 km, das Ziel und eine warme Dusche vor Augen setzten die letzten Kräfte frei. Da waren die Hindernisse am Ende des Parcours fast schon ein Klacks. Erschöpft, aber auch Stolz auf die eigene Leistung konnte ich nach knapp 5 Std. die Ziellinie überqueren und darf mich fortan Doppelte Wildsau nennen. Eine von 45 Doppel Wildsäuen, die 2011 die 20 km absolviert haben. Dank der örtlichen Feuerwehr konnte ich danach eine warme Dusche im Ankleidezelt genießen.

Resümee:  Anstrengender als gedacht, Laufstrecke der Hammer, Hindernisse aufgrund der widrigen Schlammverhältnisse anspruchsvoll, aber ausbaufähig. Gerne wieder.

PS: Gott sei Dank hat es nicht geregnet oder geschneit ;-))

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