Sandblaster Run am Monte Kaolino in Bayern – Der Hit für die Küken!

Heute löse ich beim Tough Chicken endlich mein Versprechen ein, einen Gastbeitrag aus Sicht der Familie beizusteuern.

co-autor-bettieEin Bericht von Bettina

 

Als das Tough Chicken aus dem Ei schlüpfte und 2009 mit den Hindernisläufen begann, waren wir noch zu Dritt und das Tochter-Küken war gerade 4 Jahre alt. Damals sind wir fast zu allen Läufen mitgefahren. Es gab schon damals Läufe mit Rahmenprogramm – manche mehr und manche weniger. Wenn es einen Spielplatz in der Nähe gab oder der Lauf durch einen Innenstadt-Bereich ging, kam eigentlich nie Langeweile auf. Oft haben die Sponsoren schöne Ideen für Kinder – sei es das Glücksrad des örtlichen Autohändlers, bei dem man Gummibärchen gewinnen kann, oder Angebote wie Kinderschminken – mit einem einzigen Kind lassen sich 3-4 Stunden schon überbrücken.

Der Schwierigkeitsgrad stieg enorm mit Küken #2. Einen geländegängigen Kinderwagen hatten wir, aber bei Minusgraden beim Getting Tough Race mal eben einen Ort zu finden, an dem man das Baby zum Wickeln ungestört aus dem Schneeanzug schälen kann, das ist schon eine Herausforderung – vor allem wenn Küken 1 schon anfängt zu frieren und die erste Langeweile bejammert.

Mit dem Schulbeginn der Großen hat sich unsere Begleit-Reisetätigkeit minimiert, wir fahren nur noch vereinzelt mit. Mittlerweile sind die Küken 4 und 10 Jahre alt und beide gleichzeitig beschäftigt zu halten UND Streit zu verhindern, das ist mentaler Marathon.

Der Sandblaster am Monte Kaolino ist in diesem Zusammenhang das absolute Highlight – im positiven Sinne. Natürlich hatten wir dieses Jahr Glück mit dem Wetter – es hätte ja auch regnen können…. Aber die Tatsache, dass das Freibad in den Lauf integriert ist, ist ein Geniestreich.

Die Küken liebten die Wasserrutsche und waren aus dem Wasser kaum herauszubekommen. Gleichzeitig konnten Sie aber vom Becken aus hoch auf den Berg schauen, und wir konnten ein paar mal den Papa hochlaufen sehen. Als er zu den Hindernissen im Freibad selbst kam, standen wir am Rand und haben ein Getränk gereicht. Und wir brauchten keine Zeit abpassen, uns am Ziel einzufinden, das Tough Chicken kam nach dem Lauf einfach zu unserem Liegeplatz. Entspanntes Zuschauen!

Insgesamt war die Atmosphäre im Freibad super, Musik und kulinarisches Angebot waren auch gut – definitiv ein Lauf, der für die ganze Familie ein Spaß ist.

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Tough Chicken, Nate, Frankie (v.l.)

Mittlerweile sind unsere 2 Küken auch vom OCR Fieber infiziert und haben schon an einigen Kinderläufen teilgenommen. Das wäre vielleicht noch eine Ausbaumöglichkeit für das Team des Sandblasters – ansonsten: Daumen hoch!

Familie Federvieh

 

Anmerkung von TC zum Hindernislauf:
Der Sandblaster am Monte Kaolino ist zwar ein nicht so bekannter Hindernislauf, dafür hat er mit Nate, dem Initiator des Laufs, Herz und Seele und verfügt über eine äußerst anspruchsvolle Streckenführung. Beim 18 km langen Challenger Run muss man gleich 2x, den Monte Kaolino, das Sandmonster, bezwingen. Nebenbei stehen insgesamt 662 Höhenmeter auf dem Programm, was den Läufern einiges abfordert. Wer seine Beinmuskeln auf Herz und Nieren testen möchte ist beim Sandblaster Run goldrichtig und sollte ihn in seine Planung mitaufnehmen.

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Hindernislauf in Finnland. Ein Bericht von Mei aus dem Norden Europas

Ich muss mich für die verspätete Veröffentlichung entschuldigen. Leider ist die Pflege des Blogs in letzter Zeit etwas zu kurz gekommen. Aber ich gelobe Besserung. Und nun viel Spaß beim Lesen beim Bericht von Mei.

Co-Autor Mei

Ein Bericht von Mei

 

 

Am 20. Mai fand in Finnland nahe Helsinki zum siebten Mal der „ExtremeRun Vantaa“ statt.

Die Stimmung und die Organisation waren sehr gut und auch das Wetter spielte mit. Meine Geschichte was vor und hinter dem Lauf noch passierte findet ihr auf „https://saksalainen-poika.fi/2017/07/15/laufen-in-vantaa/“. Die knapp 10km lange Runde, musste einmal absolviert werden, jedoch konnte man, was ich im Nachhinein erfuhr, auf eigenen Wunsch noch weitere Runden dranhängen.

Nach dem Massenstart mit knapp 1.600 Teilnehmern ging es direkt einen kleinen aber steilen Hügel hinauf und oben angekommen direkt wieder runter. Danach lief man erstmal geschätzte 3 km auf Schotter, Feldweg und Asphalt, wodurch sich die Teilnehmer ein wenig aufteilten. Anschließend ging es in den Wald, wo ein felsiger Berg erklommen werden musste. Da dieses natürliche Hindernis knapp 50m breit war, hatte ich hier keine Probleme mit der Masse der Teilnehmer.

Kurz darauf folgte auch schon der erste Versorgungspunkt mit Wasser und einem isotonischen Getränk, wobei ich mich mit einem Becher Wasser begnügte. Nach einem weiteren kleinen Anstieg folgte das erste künstliche Hindernis. Es waren ungefähr 5 m lange Plastikröhren mit einem Durchmesser von ca. 80 cm. Zum Durchkrabbeln waren diese zu eng, also musste man sich lang gestreckt auf Fußspitzen und ausgestreckten Händen irgendwie vorwärtsbewegen. Durch die relativ lange Laufstrecke vor diesem Hindernis gab es zum Glück keine Wartezeit. So zwängte ich mich in eine Freie rein und bewegte mich in einem Schleich-Kriech-Rob-Vorgang langsam vorwärts. Aus der Röhre raus, ging es einige Meter durch den finnischen Wald. Anschließend kam man wieder auf eine Straße welche von 3 Autos ins Längsrichtung blockiert waren. Direkt vor mir waren 2 andere Läufer welche natürlich die Autos wählten, welche am niedrigsten waren. Da ich natürlich nicht warten wollte, beschleunigte ich um direkt auf den Kofferraum des dritten Autos zu springen und weiterzulaufen, was mir auch erstaunlich gut gelang.

Kurz darauf folgte die „Goliattreppe“. Hierbei handelte es sich um ein Baugerüst in Treppenform mit 8 Stufen die je 1 Meter hoch waren. Kaum war ich oben angekommen, ging es danach auf der anderen Seite natürlich auch 8 Stufen wieder runter.

Wenige Meter hinter der „Goliattreppe“ folgte eine Flussdurchquerung. Der knapp 6 m breite Fluss war zu tief um ihn zu durchlaufen, wodurch man ihn mit einigen Schwimmzügen durchqueren musste. Auf der anderen Seite angelangt und das Ufer hochgekraxelt sah man schon eines der bekanntesten Hindernisse bei derartigen Veranstaltungen. Ein Haufen Autoreifen, welchen es zu durchqueren galt. Nachdem ich auch dieses überwunden hatte ging es in ein rechteckiges Baugerüst, welches geschätzt 4 m x 5m x 2m (L*B*H) groß war. In diesem war der ganze Boden mit Gymnastikbällen belegt, welche das Durchkommen aber nicht großartig erschwerte, da es dafür deutlich zu wenig waren. Jedoch glaube ich, dass dieses Hindernis mit doppelt so vielen Gymnastikbällen deutlich interessanter gewesen wäre.

Nach einer weiteren Laufstrecke über einen Feldweg kam die „Netzbrücke“. Hier musste erst an einem Netz aus Seil im 45° Winkel hochgeklettert werden. Dann musste man ein flaches Netz von ca. 3 m Länge überqueren und abschließend in zwei 1 Meter Stufen von der Konstruktion wieder runter klettern oder springen.

Nachdem der Fluss ein weiteres Mal durchschwommen worden war, kam man zum zweiten Versorgungspunkt. Nach einer kurzen Erfrischung lief man erneut auf die „Goliattreppe“ zu. Was ich beim ersten Mal nicht gesehen hatte war, dass die Konstruktion in der Mitte geteilt war und somit rechts von mir Läufer in die entgegengesetzte Richtung kletterten während ich mit ein paar anderen auf der linken Seite das Hindernis bewältigte. Kurz darauf folgte erneut ein Autohindernis. Da zu dem Zeitpunkt niemand direkt vor mir war, konnte ich dieses Mal das niedrigste Auto überqueren. Der Nachteil bei den flachen Autos war jedoch, dass sie jeder wählte wodurch ich durch die schlammige Motorhaube beinahe stürzte.

Nach einigen Metern Feldweg mit leichten Hügeln erreichte ich den dritten Versorgungspunkt, an dem wieder Wasser und isotonische Getränke angeboten wurde. Einem Becher Wasser geschnappt und weiter ging es den nächsten Hügel hinauf. Oben folgte eine elektrische Barriere. Es war ein Torbogen gebaut worden, an dem Fäden hingen welche alle 3 Sekunden ein Elektroschock lieferten. Ich passierte den Bogen ohne Schock und lief kurze Zeit später auf den Sportplatz ein. Dort waren 2 Hürden platziert und nachdem man eine dreiviertel Runde absolviert hatte, ging es erneut in den Fluss, wo aber dieses Mal eine Brücke unterquert werden musste. Zwar war das Wasser nur rund 20 cm tief, jedoch war die Brücke so niedrig, dass man nicht aufrecht laufen konnte. Hatte man hinter der Brücke den Fluss wieder verlassen kam man auf eine lange Gerade, welche über 4 m hinweg mit Schaum befüllt war. Der Schaum ging mir bis zum Hals und ich war froh, dass ich noch gerade so über den Schaumberg hinwegsehen konnte.

Eine Kurve später sah in das Ziel, welches mich nur noch durch ein letztes Hindernis trennte. Das Hindernis bestand aus zwei ungefähr 120 cm hohe Baucontainer, welche mit schaumigen Wasser gefüllt waren und hatte den Namen „Jaajons Dip“ (Jaajo Linnonmaa, ein berühmter TV- und Radiomoderator ist der Veranstalter des Laufs). Direkt dahinter war ein Helfer, der jeden, der die Wassercontainer verließ, mit einem großen Wasserschlauch ins Visier nahm. Als ich dann auf die Zielgerade bog, war ich ein wenig verwundert, da viele Personen ins Ziel liefen, obwohl ich maximal von 5 Personen überholt worden war. Ich beschloss dem Geheimnis später auf den Grund zu gehen und startete meine zweite Runde.

Einige Zeit später lief ich dann nach auch ins Ziel ein, wo mir eine Finishermedaille überreicht wurde und mein Name falsch ausgerufen wurde (im finnischen wird ein „ei“ wie „ey“ ausgesprochen).

Fazit:
Im Nachhinein kann man sagen, dass es ein schönes Rennen war mit guter Stimmung. Auch die Organisatoren und Helfer waren nett und sehr bemüht. Das zudem sonnige aber nicht übermäßig warme Wetter trug dazu bei, dass der Lauf ein sehr schönes Erlebnis war.

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Mud Masters Night Shift versus Day Run

Co-Autor Franki

Ein Bericht von Franki

 

Eines vorweg – dies war mein erster Mud Masters Obstacle Run. Ich war also sehr gespannt, was mich erwartet. Ich lief bei der Nightshift 2 Runden als Supporter für meinen Kumpel das Tough Chicken. Am nächsten morgen versuche ich mich an der 18 km Strecke – also Leute „Augen auf bei der Hobbywahl „

Die Anfahrt war unproblematisch und gut ausgeschildert. Sogar nachts war ein beleuchteter Richtungsweiser aufgebaut.Viele Helfer wiesen einem den richtigen Weg

12 Kilometer Night Shift zur Einstimmung

Um 22:30 gab es das Nightbriefing in einem alten Hubschrauberhangar. Dort wurde für die 9h Läufer sowie diejenigen die „mal rein schnuppern“ wollten und nur 2 oder 3 Runden liefen alles Wichtige erklärt. Die Runde sollte ca. 6,6 km lang sein – im Ziel erwies sie sich als ca. 7,1 km. Das Wetter sollte gut werden ca. 10° – beim Wasser schätze ich mal waren es evt. 8°. Da Sicherheit groß geschrieben wurde trug jeder Teilnehmer eine gelbe Schutzweste sowie ein Blinklicht, welches nach einer bestimmten Rundenanzahl ausgetauscht wurde und in einer anderen Farbe leuchtete. Beides wurde bei der Startnummern Ausgabe ausgeteilt. Jeder Teilnehmer musste zusätzlich eine Rettungsdecke, eine Signalpfeife und eine Stirnlampe bei sich tragen. Etwa 400 Läufer – die in ihren gelben Laufwesten wie eine Horde Minions aussahen- machten sich auf zum ersten Night Shift.

Pünktlich um 0:00 Uhr ging es mit einem schönen Feuerwerk los. Nachdem erst einmal ein Bunker überquert werden musste, ging es im Matsch unter Stacheldraht durch. Man bekam eine Ahnung davon, wie kalt es werden könnte. Abwechselnd ging es über Wände – mit verschiedene Griff Möglichkeiten, durch Kriechhindernisse – teils auch bergauf im Sand – oder über Reifenstapel.

„Execution“ – ein ca. 4 m hohes Gerüst mit einer Falltüre war sicherlich eines der Highlights. Immer zwei Läufer stellten sich zusammen auf eine der 4 Plattformen. Dann wurde von den Marshall von 3 runtergezählt. Plötzlich öffnete sich der Boden und man viel ins kalte Wasser. Unten angekommen wurde man von Rettungsschwimmer in Empfang genommen ehe man ca. 20m bis zum Ufer schwimmen musste. Weiter ging es durch eine schräge Röhre die kletternd zu bezwingen war. Oben angekommen musste man über ein Gerüst die vier Meter wieder hinunter klettern. Mit nassen Händen war dies kein einfaches Unterfangen. Man musste stets aufpassen, nicht auszurutschen. Nach all dem Wasser konnten wir uns auf einer längeren Laufstrecke, die gespickt mit Kriech- und Wandhinernissen war, wieder warm laufen.

Die „Monkey Bars“ war eine rund 8 Meter lange Holzsprossenleiter, die wir entlanghangeln mussten. Schaffte man es nicht, landete abermals im kühlen Nass. Selbst wenn man trockenen Fußes die andere Seite erreichte, wurde man beim direkt anschließenden „Flyer“ garantiert nass. Nachdem man die 10 Meter Höhenunterschied rutschend überwand, flog man in ein rund zwei Meter tiefes Wasserbecken.
Weiter ging es durchs Gelände, krabbelnd unter einem Netz hindurch, über Steilwände und eine 4 Meter hohe Halpipe hoch. Zum Abschluß der Runde kam noch der „Sizzler“. Ein Kriechhinderniss mit Strom, der nachts wohl abgeschaltet war, und man hatte es gepackt. Nach einer Runde konnte man kurz ausruhen und etwas trinken, wenn man selbst dafür gesorgt hatte. Denn zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine Verpflegung. Nach 1:07 h machten wir uns auf die zweite Runde. 2 Stunden und 18 Minuten später hatte ich es dann geschafft. Ich verabdschiedete mich von Andreas, der ncoh weitere 7 Stunden vor sich hatte und machte mich für ein paar Stunden ins Hotel, duschte und drehte weitere Runden im Schlaf. weitere Runden schlafen.

Alles in allem ein cooler Lauf, den man mal mitgemacht haben sollte – nachts ist schon ein besonderer Thrill – gerne wieder.

Das 18 km Programm am nächsten Morgen

Und weiter ging’s. Die 18 km Läufer starteten von 10:00 bis 10:40 alle 20 min  in Wellen von rund 200 Leuten. Die längste Strecke bestand aus den Teilstücken der 6er und
12er Runde sowie einem weiteren 6 km langen Abschnitt. Am Ende des Laufs zeigte meine GPS Uhr knapp 20 km an.

Auf der längsten Distanz am Sonntag musste jedes der 52 Hindernisse einmal bewältigt werden, man wurde also weniger nass als auf den 6er Runden nachts. Auf dieser Strecke gab es 3 Versorgungsstationen mit Wasser und Apfelstückchen. Auch wenn es wärmer als nachts war – die Wassertemperaturen waren dieselben geblieben.

Staus gab es lediglich bei den „schwierigen“ Hindernissen. Im Allgemeinen ging es durch den „Wellenstart“ zügig voran. Einige der Hindernisse waren nicht so leicht zu bewältigen wie z.B. ein ca. 4 m langes Tau hoch klettern, kopfüber an einem 10m langen Stahlseil
entlang hangeln oder an mehreren hintereinander aufgehängten „Rädern“ und sich drehenden Griffen – ein Hindernis ähnlich wie aus „Ninja Warrior Germany“- durch zu schwingen. Trotz dieser Widrigkeiten konnte ich beim Laufen und bei den einfachen Hindernissen einiges an Zeit wieder gut machen, so dass ich viele Läufer, die eine Gruppe vor mir gestartet waren, noch einholen konnte.

Was für eine Platzierung jedoch unerheblich war, da es keine Zeitnahme und damit leider auch keine Urkunde für die Läufer gab. Leider gab es auch keine Medaille wie beim 9h Night Shift. Der sandige Boden machte das Laufen nicht einfach und raubte mir ordentlich Kräfte. Vor allem das Areal rund um den „Flyer“ war eher ein Strandlauf ;-). Nachdem die letzten Hangars überquert, die Halpipe erklommen und die letzten Stromhindernisse, die dieses Mal Saft hatten, überwunden waren hatte ich es nach der letzten Brücke geschafft. Gemeinsam mit ein paar jüngeren Läufern aus der ersten Startwelle überquerte ich mit ihnen gemeinsam die Ziellinie. 19,4 Kilometer in 2:26. Da wäre noch etwas drin gewesen, aber nach den Anstrengungen im Night Shift war es ok.

Im Anschluß holte ich noch mein T-Shirt ab. Hier gab es unterschiedliche Varianten für den Night Shift und die Tagesläufer. Leider waren die warmen Duschen kostenpflichtig. Rund um den Zielbereich gab es Info- und Merchandisingstände, Essensbuden und genügend Sitzgelegenheiten sowie einen Sprungturm, bei dem man seinen Mut beweisen konnte.

Mein Fazit: Schöner Event in einer schönen Gegend, der für jeden Fitnesslevel, inkusive Familien, etwas zu bieten hat. Eine Medaille und eine Zeitmessung wären bei den Preisen wünschenswert, sind aber kein muss. Alles im Allem war die Orga sehr gut. Ich komme bestimmt noch einmal wieder. Evtl. starte ich auch in Hamburg, mal sehen.

 

 

 

 

 

 

 

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Mud Masters Night Shift in Weeze. Der Spuk begann pünktlich zur Geisterstunde.

Wenn die Uhr um Mitternacht 12 schlägt, denken wohl die Wenigsten ans Laufen, geschweige denn daran, einen Hindernislauf zu absolvieren. Doch die Macher vom Mud Masters schon. Und auch rund 138 OCR-Läufer. Sie stellten sich der Herausforderung, dem Schrecken von 9 Stunden Quälerei die Stirn zu bieten.

Vorbereitung auf die Geisterstunde

Da ich bereits einige 24-Stunden-Hindernisläufe absolviert hatte, wußte ich, was auf mich zu kam. Rund eine Woche vorher begann ich mich auf die Stunde Null vorzubereiten. Ich erstellte Listen mit den notwendigen Utensilien, packte meine Klamotten zusammen und befüllte diverse Taschen. Regelmäßig checkte ich die Wettervorhersage für Weeze, denn nichts ist unangenehmer, als mit der falschen Ausrüstung eine solche Challenge zu bestreiten. Der Wettergott hatte es gut mit uns gemeint. Pünktlich zum Wochenende war  Sonne und eine trockene, milde Nacht angesagt.

Mud Masters Obstacle Run Night Shift, Hindernislauf Deutschland, ZeltAm Samstag, den 7.5. ging es schon vormittags Richtung Weeze, denn Alexander aus der TTFC-Truppe stellte sich seinem zweiten OCR-Lauf, der 12 km Strecke. Das Gelände rund um den Flughafen Weeze eignet sich hervorragend, um einen Hindernisparcours auf die Beine zu stellen. Weitläufige Parkmöglichkeiten, zahlreiche, ausgediente Bunker und Flugzeughangars, Unmengen Sand und Kiesgruben sowie gaaannnzzz viel Platz. Vor Ort angekommen sammelten wir unsere Unterlagen ein. Anschließend baute ich auf dem Campingplatz nahe eines ausgedienten Hangars mein Wurfzelt auf. Innerhalb kürzester Zeit stand meine Behausung für die anstehende Nacht. Nach getanem Werk bewegten wir uns Richtung Startbereich, denn der Lauf von Alexander, über den er gesondert berichten wird, stand kurz bevor. Nach seinem erfolgreichen Start fuhr ich wieder nach Hause, um mich auf den Nachtlauf vorzubereiten. Diese Vorbereitung bestand vorzugsweise in dem Versuch, etwas Schlaf zu mir zu nehmen. Erstaunlicherweise gelang das auch ein paar Stunden, ehe ich um 18.00 Uhr aus meinem Schlaf-Light aufwachte. Vollständig in der Realität angekommen tankte ich meinen Kohlehydrahtspeicher auf, ehe es gegen 21.00 Uhr wieder Richtung Weeze ging.

Mud Masters Obstacle Run Night Shift, Hindernislauf Deutschland, Parcours

Durch einen unfallbedingten Umweg trudelte ich erst erst gegen 22.20 auf dem Gelände ein. Gerade noch rechtzeitig, um dem Briefing für den Night Shift beizuwohnen. Neben den 9 Stunden-Läufern gab es auch Mitstreiter, die 12 und 18 Kilometer absolvierten. So waren es dann rund 400 Läufer, vorwiegend aus Deutschland und Holland, die sich diesem nächtlichen Abenteuer stellten, weshalb das Briefing auf Englisch abgehalten wurde. Nach 20 Minuten waren alle für die Gefahren und Notwendigkeiten sensibilisiert. Ziel war es, auf einem Rundkurs innerhalb von 9 Stunden so viele Runden wie möglich zu Mud Masters Obstacle Run Night Shift, Hindernislauf Deutschland, Briefing vor dem Startabsolvieren. Der Zieleinlauf musste zwischen 9 und 10 Uhr morgens erfolgen. Dies gab den Läufern die Möglicheit, bis kurz vor 10 Uhr die Ziellinie zu überqueren. Nach dem Briefing traf ich Franki, der mich die ersten 12 km begleitete und am Folgetag noch einmal die 18 km Strecke abreißen wollte. Der ausgewiesene Rundkurs war offiziell 6 km lang, allerdings stellte sich später heraus, dass er rund 7,2 Kilometer lang war (gemessen mit zwei unterschiedlichen GPS-Uhren). Hmmm, irgendwie kam mir das bekannt vor. Auch beim letztjährigen 24-Stunden-Lauf war die Runde um über einen Kilometer länger. Bei einer Dauer von 9 Stunden kommen da einige Kilometer zusammen, die nicht gezählt werden. Die Logik erschließt sich mir in diesem Fall nicht ganz. Ausgerüstet mit wasserdichten Stirnlampen ging ich mit Franki eine Viertelstunde vor Mitternacht in den Startbereich. Hier erwartete uns ein Meer von Stirnlampen und eine ausgelassene Stimmung.

Pünktlich um 0:00 Uhr wurde das Feuerwerk gestartet

Nach einem Einschwörungsritual ging es Punkt 0:00 Uhr auf die Piste, begleitet von einem grandiosen Feuerwerk, der die zu erwarteten Strapazen kurzzeitig vergessen ließ. Gestartet wurde mit dem Hindernis „Bunker Busters“, zwei hintereinander angeordnete Bunker, die sich uns in den Weg stellten. Gefolgt von „Mud Crawl“ und „Boulder“, einer rund 2, 50 m hohe Wand, die ohne Hilfe nur sehr schwer zu erklimmen war, da ein Überhang am oberen Ende eingebaut war. Hier halfen sich die Läufer gegenseitig über das Hindernis. Ehe die Strecke in den „Forest Trail“ mündete war eine weitere Wand, die „Wurm Wall“ zu meistern. Noch war die Stimmung unter den Teilnehmern ausgelassen. Doch die erste größere Mutprobe stand uns kurz bevor. „Execution“ by Night. Eine 4 Meter hohe Plattform bei der plötzlich der Boden unter den Füßen wegklappte. Diese Tatsache führt zu einem recht unguten Gefühl in der Magengegend. Uns wurde empfohlen, die Stirnlampen um den Hals zu hängen, da die Gefahr bestand, dass diese beim Eintauchen vom Kopf gespült werden würde. Diesem Rat folgte ich. Leider dachte ich in diesem Moment nicht an meine Mütze, die ich unter meinem Chicken trug. Nachdem sich die Klappe öffnete und ich ins Wasser eintauchte, merkte ich es sofort – meine Mütze war weg. Jetzt liegt sie in einer Kiesgrube in Weeze, im seichten Wasser verborgen. Mach´s gut, meine treue Mütze. Du hast mir immer tolle Dienste geleistet.

Trotz diesen Verlustes musste es weiter gehen. Also schwamm ich gemeinsam mit Franki im kühlen Nass ans Ufer. Direkt im Anschluß ging es durch ein paar Plastikröhren auf eine Plattform, eher wir wieder Fahrt aufnahmen. Der sandige Untergrund kostete bei jedem Schritt zusätzliche Energie. Nach „Net Crawl“, einem Kriechhindernis, ging es über „Mud Hill“, ein steiler Anstieg raus aus der Kiesgrube. Bevor wir in die Zweite hinabliefen, tankten wir an einem Verpflegungsstand Energie auf. Wasser (später ISO-Getränk) und Bananen standen zur Auswahl. Im folgenden Kessel mussten vorwiegend Holzwände unterschiedlichster Bauart wie „Wood Climb“, „Great Walls oder „Marine Table“ bezwungen werden. In der letzten Kiesgrube warteten weitere Highlights. Nach dem Reifenhindernis „Getting Tyred“ waren die „Monkey Bars“, ein Hangelhindernis, dass sich durch seine extreme Länge auszeichnete, dran. Zu Beginn war es recht einfach zu bewältigen. Je länger der Lauf dauerte, desto schwerer wurde insbesondere dieses Hindernis. Direkt im Anschluß konnte man sich beim „Flyer“ etwas „ausruhen“ und „einfach“ abwärts rutschen. Obwohl das mit der Höhe nicht mein Ding ist, ließ ich die Prozedur über mich ergehen. Stirnlampe abgezogen, Arme verschränkt, Kinn auf die Brust und schon ging es in die Tiefe. Nach wenigen Sekunden und einer Flugeinlage war es dann auch schon vorbei. Das machte wach. Den „Flyer“ während der Nacht zu „genießen“ ist ein ganz spezielles Feeling. Weiter ging´s durch ein Kriechhindernis, vorbei an einem hängenden Seil, mit dem man über ein Wasserbecken schwingen musste. Danach führte die Strecke raus aus der letzten Grube zurück auf das Eventgelände. Bevor die erste Runde komplett war, mussten noch eine Wand, die Half Pipe und der „Sizzler“, das Stromhindernis, bezwungen werden. Um ca. 1:13 Uhr überquerte ich gemeinsam mit Franki das erste Mal die Ziellinie.

Trotz zahlreicher Runden stellte sich kein Drehwurm ein

Verlustbilanz der ersten Runde. Eine Mütze. Da die Temperaturen recht mild waren, entschied ich mich dafür, auf die Mütze zu verzichten und nur mit meinem nassen Chicken weiter zu laufen. In der zweiten Runde zog sich das Feld schon etwas mehr in die Länge, Wartezeiten an den Hindernissen gab es praktisch keine mehr. Das war angenehm, da man durch die Wasserhindernisse immer wieder nass wurde, weshalb der Körper mit der Zeit unmerklich langsam auskühlte. Da war permanente Bewegung ein probates Mittel, dem entgegenzuwirken. Um eine weitere Unterkühlung der Läufer zu vermeiden, schlossen die Wasserhindernisse „Execution“ und „Flyer“ von 2:00 bis 7:00 Uhr ihre Pforten. Eine Massnahme, die meines Erachtens sinnvoll ist, denn man unterschätzt leicht die Gefahren einer Unterkühlung. Nach der zweiten Runde verabschiedete ich mich von meinem Begleiter Franki. Er durfte an der Matratze horchen, während ich unter dem Sternenhimmel weiter meine Runden drehte.

Kein Bier für die Nachtschicht während des Rennens

Bei meiner dritten Runde lief ich mit ein paar 18 km Läufern über die Ziellinie. Diese bekamen just nach dem Zieleinlauf ein alkoholfreies Bier in die Hand gedrückt. Hm, dachte ich mir, das wäre jetzt etwas und stellte mich ebenfalls an. Als ich vom Supporter gefragt wurde, ob ich bereits fertig sei, verneinte ich. Daraufhin wurde mir das „Rundenbier“ verweigert. Ich beschwerte mich zwar, aber fand kein Gehör. Das war enttäuschend. Dies merkte auch einer der 18 km Finisher und bot mir ein paar Schluck aus seiner Flasche an. Diese Einladung konnte ich natürlich nicht abschlagen. Genußvoll ran der Gerstensaft meine Kehle hinunter. Endlich etwas anderes als Wasser :-). Nach diesem Durstlöscher wechselte ich für die Nacht die Klamotten. Raus aus den Nassen, rein in die Trockenen. Hört sich komisch an, aber das tat richtig gut. Meine Stirnlampe, die recht schwach leuchtete, wechselte ich durch ein stärkeres Modell aus.

You never walk alone

Nach einer kleinen Stärkung aus meinem Proviantbeutel ging es weiter. Da die meisten Teilnehmer des 12 und 18 Kilometer Laufs bereits gefinished hatten, waren nur noch vereinzelt Läufer auf der Strecke anzutreffen. So konnte ich in der Ferne einzelne Lichter in der Dunkelheit tanzen sein. Allmählich stellte sich eine befremdliche Ruhe ein. So viel ich allmählich in den Modus „Kopf aus, einfach laufen“. Während ich lief, entschied ich mich dafür, keine längere Pause mehr zu machen. Ich wollte meinen Rhythmus beibehalten. So drehte ich meine Runden. Und ab und an traf ich auf einige Leidensgenossen, die sich wie meine Wenigkeit über den Kurs quälten. Insbesondere der lockere Untergrund machte sich immer stärker bemerkbar. Der Sand kostete viel Kraft und die Beine wurde jede Runde etwas schwerer. So ging die Nacht langsam vorüber.

Gefühlt waren gegen 4 Uhr morgens die wenigsten Läufer auf der Strecke, was aber letzendlich keine Rolle spielte, denn seit einigen Stunden lief ich im „Trance-Modus“. Gegen 5:30 begann die Sonne aus der Versenkung zu kommen. Das weckte die Lebensgeister in mir. Und noch waren die Wasserhindernisse geschlossen. Kurz vor 7 Uhr passierte ich noch einmal den Flyer. Das war´s dann auch mit den „Trockenübungen“.  Von nun an standen „Execution“ und „Flyer“ wieder auf dem Programm. Und die Überwindung war groß, sich wieder in die kalten Fluten zu stürzen. Ein Vorteil hatte „Execution“ wenigstens. Danach war ich wieder mehr als wach, bereit, die letzten Stunden in Angriff zu nehmen. Zudem waren wieder mehr Läufer auf der Strecke, was die Mud Masters Obstacle Run Night Shift, Hindernislauf Deutschland, Tough Chicken mit Dutch Mud ManMotivation zusätzlich steigerte. Und für den ein oder anderen Spaß war immer noch jeder zu haben. Nach zwei weiteren Exekutionen und Flugeinlagen überquerte ich gegen 8:30 Uhr die Ziellinie. Der Moderator fragte mich, ob ich denn noch eine Runde in Angriff nehmen wolle. Ich überlegte kurz, entschied mich dann für eine letzte Ehrenrunde, die ich vor 10 Uhr beendet haben musste. In dieser letzten Runde war es richtig einsam. Die Schritte wurden schwerer und schwerer. Ständig schaute ich auf meine Uhr, denn der Parcours zog sich wie Kaugummi. Fast hatte ich das Gefühl, auf der Stelle zu treten. So war ich der letzte Läufer, der die 8 Runde in der vorgegebenen Zeit beendete. Nach 9:48:40, 8 Runden und 56 Kilometern überkroch ich als 19 von 138 Startern im vorgegebenen Zeitlimit die Ziellinie. Geschafft! Erschöpft, völlig leer, aber glücklich musste ich mich erst einmal sammeln, schnappte mir etwas apathisch mein wohlverdientes „Zielbier“, nahm meine Verpflegungstasche und bewegte mich Richtung Zelt. Hier angekommen setzte ich mich erst einmal in meine Behausung und sinnierte, starrte bewegungslos gegen die Zeltwand. Ehe ich mich wieder bewegte verging bestimmt eine halbe Stunde.

Auslaufen beim Mud Masters Familiy Run

Und das musste ich auch, denn zum Auslaufen standen 3,5 Kilometer Family Run mit meiner 10 jährigen Tochter auf dem Programm. Hätte ich meinen körperlichen Zustand vorher erahnt, hätte ich meiner Tochter diesen Lauf nicht vorgeschlagen. Mir taten alle Knochen weh. Aber da musste ich jetzt auch durch. Um 14:00 Uhr war es dann soweit. Ein lockerer Family Run mit meiner Tochter, wo ich ihr zeitweise den Vortritt lassen musste. Ein schöner Event, der Eltern wie Kindern sichtlich Spaß machte. Nach rund einer Stunde war auch das Auslaufen mit meiner Tochter geschafft. Glückliches Ende eines kräftezehrenden Wochenendes.

Mud Masters Obstacle Run Night Shift, Hindernislauf Deutschland, Streckenverlauf

Strecke Hindernislauf Mud Masters Obstacle Run Night Shift in Weeze

Fazit: Der Mud Masters Night Shift war ein sportlicher Höhepunkt, der mir im Gedächtnis bleiben wird. Von 138 Startern konnte ich nach 8 Runden, 56 Kilometern und  9:48:40 unter die Top 20 laufen. Strecke, Hindernisse und Orga waren top, lediglich bei der Verpflegung auf der Strecke hätte ich mir mehr Abwechslung gewünscht. Nach ein paar Stunden bekommt man zwar gelegentlich Halluzinationen, trotzdem wird aus Wasser kein alkoholfreies Bier und aus Bananen werden keine Äpfel.
Der anschließende Family Run war ein klasse Lauf, der sich hoffentlich etabliert. Hier können die Kids zeigen, was in ihnen steckt und sich einmal richtig einsauen. Eine willkommene Abwechslung zu iPad & Co.

Euer
TC

 

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Rookie Alex beim Mud Masters Obstacle Run in Weeze

Co-Autor AlexanderEin Bericht von Alex

 

 

Mein zweiter OCR-Lauf überhaupt, nötigte mir im Vorfeld schon Respekt ab. Am Samstag den 06.05.17 kam ich gegen 11:40 auf dem Gelände von Weeze an. Die Parksituation war gut durchorganisiert und wir hatte herrliches Wetter bei ca. 20 Grad. Ich startete in der 12:50 Gruppe zu meinem 12 km Kurs. Aufgeregte Stimmung beim Warmmachen am
Start durch die „Einheizer“ des Mud Masters.

Angenehm fand ich, dass sich der Schwierigkeitsgrad der ersten Hindernisse langsam steigerte und ich als Läufer mich warm laufen konnte. Kritikpunkt waren auf der ganzen Strecke die schlecht und spärlich verteilten Wasserstationen.

Mud Masters Obstacle Run 12 km, Hindernislauf Deutschland, Hindernis Bunker Busters

Das Gelände ist wie geschaffen für diesen Hindernis-Lauf. Spanned auch durch die ganzen Bunkeranlagen! Die Strecke durch die sandige Heidelandschaft war wirklich ein Vergnügen. Bei den Hindernissen haben es mir der „Flyer“ und „Execution“ angetan.
„Execution“ war durch den Fall in das erstaunlich kalte Wasser (Umgebungstemperatur 20 Grad, Wasser gefühlte 6 Grad) eine „knackige“ Überwindung, wo die Rettungsschwimmer vom Mud Masters alle Hände voll zu tun hatten.

Der „Flyer“, eine überdemensionale Rutsche mit Abschluss im Schlammwasser, hatte meines Erachtens den richtigen Winkel ohne gefährlich zu sein und war allein aufgrund seiner Dimension beeindruckend. Sonst gab es die üblichen Hindernisse, die die anderen OCR-Veranstalter auch bieten.

Erwähnt sei hier die obligatorische „Monkey-Bar“ über Wasser. Leider habe ich auch bei meinem zweiten Lauf an den letzten beiden Sprossen aufgeben müssen :-(. Werde vor dem nächsten Lauf das noch trainieren müssen!
Die Stimmung im Allgemeinen war super und geprägt durch Teamgeist –gerade bei den Holzwänden, die zu überwinden waren, wurde gerne Hilfe per „Räuberleiter“ angeboten. Das Hinderniss kurz vor Ende wo man den Mitläufer „Huckepack“ nehmen sollte war in meinem Fall eine echte Herausforderung, da ich einen 90 Kilo Mann tragen durfte.

Positiv aufgefallen sind mir die Wartezeiten an den Hindernissen. Hier gab es bis auf zwei Hindernisse keine Verzögerungen. Wenn man es mit so manchen Konkurrenzveranstaltungen vergleicht, wo der Läufer auch mal eine halbe Stunde warten muss, bis er das Hinderniss angehen kann!
Die Duschen im Ziel waren leider so überlaufen, daß ich mir das Gedränge gespart habe und mich auf meine Dusche zu Hause gefreut habe. Die Verpflegung ließ zu wünschen übrig, das könnte optimiert werden.

Zwar gibt es beim Mud Masters Obstacle Run ein cooles Funktionsshirt, aber leider keine Medaille, was ich mir für die Zukunft wünschen würde. Insgesamt eine gelungene Veranstaltung auf dem OCR-Kalender mit geringem Optimierungspotential.

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100 Hindernisläufe. Ein Re­sü­mee zum Jubiläum.

So, es ist geschafft. Mit meinem 8 Tough Guy Original, der einen würdigen Rahmen für mein Jubiläum bot, ist die magische Zahl von 100 Hindernisläufen geknackt. Und toi, toi, toi. Alle gesund und erfolgreich überstanden. Seit 2009 quäle ich mich bei jedweglichen Witterungsverhältnissen durch Schlamm und über Hindernisse. Egal ob klirrender Frost oder brütende Hitze.

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100 OCRs (03/2009-01/2017)

Plötzlich OCR-Junkie

Begonnen hat alles mit dem Strongmanrun 2009 in Weeze. Damals noch mit einer unerschrockenen Truppe am Start ging es auf die Piste am Flughafengelände entlang. Von dieser Truppe bin ich als Einziger, der diesem Sport verfallen ist, übrig geblieben. Ein OCR-Junkie sozusagen. Aber was soll´s. Jeder hat so seine Laster und bei mir sind es halt Hindernisläufe. Doch was macht diesen Sport so besonders? Für mich ist es die Kombination aus Laufen und Hindernissen, die daraus resultierende Abwechslung und die Herausforderung, der Strecke, den Hindernissen und den Elementen zu trotzen. Einzigartig ist auch das Teamwork. Wildfremde Leidensgenossen helfen sich beim Kampf auf der Strecke. Es werden Hände gereicht, es wird gezogen und geschoben, gelitten und gejammert. Gemeinsam. Doch alle haben ein Ziel. Ankommen. Bei keinem anderen Sport habe ich es in dieser Intensität erlebt. Er führt uns vor Augen, daß wir trotz unserer Bedenken und Ängste Unüberwindbares meistern können und Unmögliches möglich machen. Haben wir es dann geschafft, dürfen wir mit Recht Stolz auf uns sein. Übertragt man diese Energie und das Erfolgserlebnis auf den Alltag, geht man in diesem auch positiver mit den anstehenden Herausforderungen um.

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Von 2009 bis heute. Hindernisläufe auf der Überholspur

Doch was hat sich seit 2009 geändert? Sehr viel. 2010 erblickten in Deutschland neben dem Strongmanrun weitere Hindernisläufe das Licht der Welt, wie z.B. der BraveheartBattle oder der Lake Run. Die Teilnehmerzahlen gingen damals lediglich in die Hunderte, das Auffinden der Läufe war schwierig, weshalb ich mich damals entschloss, über die noch junge Sportart einen Blog zu schreiben und einen Terminkalender für Hindernisläufe ins Leben zu rufen. Die Szene wuchs über die Jahre stark an und ich traf gleichgesinnte Mitstreiter, die mich auch heute noch regelmäßig begleiten. Bei unseren europäischen Nachbarn, insbesondere in den Beneluxländern, befand sich der Sport ebenfalls auf der Überholspur. Mit dieser Entwicklung wurden die Hindernisse anspruchsvoller, athletischer und abwechslungsreicher. Dem Sport zum Durchbruch verholfen haben sicherlich die großen U.S. amerikanischen Veranstalter wie Tough Mudder oder Spartan Race. Mit entsprechender Money- und Marketingpower eroberten sie ein europäisches Land nach dem anderen. Durch ihr schnelles Wachstum machten sie einerseits den Sport für die breite Masse attraktiv, andererseits stellten sie aber auch eine Bedrohung für die Independence dar. Über die Zeit haben sich aber auch kleinere Veranstalter etabliert. Neben großen Rennserien wie Tough Mudder, Strong Viking oder Spartan Race mit immer neuen und spektakuläreren Hindernissen gibt es auch zahlreiche, kleinere Veranstalter wie Harzer Keiler Run oder Motorman Run, die mit Herzblut und Idealismus für die notwendige Vielfalt sorgen. So entwickelte über die Jahre jeder Lauf seinen eigenen Charakter. Dies macht meines Erachtens auch den Reiz des Sports aus. Gerade die unabhängigen Veranstalter leisten einen enormen Beitrag für ihre Region, den Tourismus und die Menschen vor Ort. Ich persönlich habe durch meine zahlreichen Teilnahmen ganz neuen Ecken in Deutschland entdecken und schätzen gelernt. Ecken mit enthusiastischen, herzlichen und einzigartigen Menschen.

Quo vadis OCR?

Doch wie geht die Reise weiter? Werden Hindernisläufe bald olympisch? Diese Diskussion wird in den U.S.A. bereits geführt. In dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten hat die Teilnehmerzahl an Obstacle Course Races die der Halb- und Marathonläufe bereits

Teilnehmer Hindernislauefe USA

Teilnehmer Hindernisläufe USA 2014

übertroffen (Quelle: http://www.runningusa.org , State of the Sport – Part I: Non-Traditional Running Events, April 2014). Laut USA TODAY arbeiten die größten Veranstalter daran, daß Obstacle Course Racing zu den Sommerspielen 2024 olympisch wird. Diese Entwicklung zeigt, wo die Reise wahrscheinlich hingeht. Innerhalb weniger Jahre ist nicht nur in den USA rund um diesen Sport eine wahre Industrie mit geschätzt 4,25 Millionen Teilnehmern und einem Umsatz von ca. 341,5 Millionen Dollar im Jahr 2016 entstanden  (Quelle: Report Obstacle Race World, „The State of the Mud Run Business“ Second Edition, 2016).

Und in Europa? Hier hinkt die Entwicklung etwas hinterher. Einige Märkte wie z.B. U.K., das Mutterland des OCR Sports, sind bereits gesättigt, andere sind noch am Wachsen. Die heterogene Marktentwicklung der einzelnen Länder haben eine differenzierte, länderspezifische Entwicklung zur Folge. So gibt es unterschiedliche Interessensverbände, diverse Ligen und sogar zwei Europameisterschaften, die The OCR European Championships der „Alliance of European OCR Associations“ und die OCR EC – OCR Independent European Championship der „OCR EC Foundation“. Diese Tatsache zeigt auch das Dilemma. Hier fehlen noch einheitliche Strukturen, die den Sport weiter professionalisieren werden. Ich bin aber zuversichtlich, daß dies in den nächsten Jahren geschehen wird.

Des Weiteren bin ich davon überzeugt, dass sich neben der Professionalisierung der Sport per se weiterentwickeln wird. Es werden sich massentaugliche, zielgruppen- und themenspezifische Formate entwickeln wie z.B. Familen- oder Frauenläufe, was in einer größeren Angebotsvielfalt mündet. So wird einer immer größeren Gruppe an Menschen der Zugang zu einer Teilnahme an einem Hindernislauf ermöglicht. Die Geschichte des Hindernislaufs ist noch lange nicht zu Ende geschrieben. Nur die des Tough Guy Original, der Keimzelle dieser einzigartigen Sportart.

Die letzte Schlacht an der Perton Road

Nach 30 Jahren wird der originäre Tough Guy von Mr. Mouse eingestellt. Ich mag es noch gar nicht glauben, daß DAS „Familientreffen“ der OCR-Szene nicht mehr stattfinden wird. Wie selbstverständlich habe ich mich jährlich auf die erste Herausforderung des Jahres vorbereitet. Viele bekannte Mitstreiter habe ich Ende Januar auf der Perton Farm immer wieder getroffen. So wurde es über die Jahre zu einer lieb gewordenen Tradition, die ich und sicherlich viele andere Tough Guys schmerzlich vermissen werden. Nächstes Jahr zu selben Zeit wird bei mir eine mentale Leere herrschen. Wahrscheinlich wie bei ganz vielen die diesen Kurs bezwungen haben.

Zwar werden weiterhin Tough Guy Events an der Perton Road ausgetragen, doch den legendäre Lauf Ende Januar über das Gelände der Farm mit anschließender Quälgarantie der Killing Fields wird es in dieser From wohl nicht mehr geben. Ich bin gespannt, wie sich Mr. Mous´s alias Billy Wilsons OCR-Erbe entwickeln wird. Ich bin froh, daß ich mich dieser Herausforderung stellen durfte. Danke Mr. Mouse für die Geburt dieser inspirierenden Bewegung, die weltweit immer mehr Anhänger gewinnt und hoffentlich diese Spirit weiterführen wird. 

Euer
TC

PS: Auf die nächsten 100 🙂

 

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Eine herrliche Kulisse, bestes Laufwetter und 21 Hindernisse auf 19 km!

Der Norderneyer Obstacle Fight feierte im Februar 2017 seine Premiere. Der erste Hindernislauf Deutschlands auf einer Insel. Das ist einzigartig. Da ich nicht teilnehmen konnte, schickte ich das verrückt-erfolgreiche OCR-Team Eisenschweine (1. Platz beim Mixed-Team) aus Lüneburg auf die Insel. Heraus kam ein lesenswerter Bericht, verfasst von der lieben Pia, der Lust auf eine Wiederholung in 2018 macht. Viel Spaß dabei.
Euer
TC

Bild Pia, Team EisenschweineBericht von Pia C., OCR-Team Eisenwerk CrossFit

 

Strecke mit Aussicht

Norderneyer Obstacle Fight, Hindernislauf Deutschland, Team EisenschweineBeim Norderney Obstacle Fight konnte man zwischen 2 verschiedenen Distanzen wählen  – Die Middle-Distanz (ca. 10km) und die Long-Distanz (ca. 19km). Angetreten ist jeder als Einzelläufer, allerdings konnte man auch Dreier-Teams bilden, so wie wir es gemacht hatten: Team Eisenschweine! Beide Strecken führten an der Promenade, beziehungsweise am Sandstrand direkt an der Nordsee entlang – für alle Naturliebhaber ein absolutes Highlight! Die Wege waren abwechslungsreich: direkt nach dem Start ging es über eine Rasenfläche ins Labyrinth, über gepflasterte und geteerte Straßen zum Strand, wo es eine längere Strecke durch den Sand ging. Oben auf dem Deich angekommen gab es zu sehen, was das Herz begehrt: das Meer, das Watt, Strand und die Sonne, die zwischen den Wolken hindurch lachte. Spezielles Schuhwerk war bei diesem Lauf nicht nötig, sowohl normale Laufschuhe als auch speziell profilierte OCR-Schuhe konnten zum Bewältigen der Strecke genutzt werden.
Die Startgruppen wurden zeitversetzt in einem Abstand von 15 Minuten auf die Strecke gelassen. Insgesamt waren knapp 200 Teilnehmer am Start, die sich in 92 Middle-Läufer  und 103 Long-Läufer aufgeteilt hatten. Die Short Distanz war den Kiddies vorbehalten, wer also aus dem Event einen Familienausflug machen wollte, hatte die Chance auf den Kindern einen bunten Lauf zu bieten.

 

Hindernisse mit einigen Highlights

Insgesamt befanden sich 14 Hindernisse auf der mittleren Strecke und 21 Hindernisse auf der langen Strecke. Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass die Hindernisse recht einfach gehalten waren und somit für jedermann gut machbar gestaltet wurden. Die Highlights waren sicherlich das Bogenschießen, welches allerdings nur auf der Long-Distanz angeboten wurde und die Seilbahn im Kletterpark, welche den Teilnehmern der hinteren Startergruppen eine ziemlich lange Wartezeit abverlangte. Wer den Reiz nicht im Laufen, sondern in den Hindernissen sah, musste auf der Long-Distanz eine Durststrecke von rund 4 km in Kauf nehmen. Was danach kam war wieder Vergnügen pur, wer bis dahin den Matsch und Dreck vermisste, kam beim „Das Leben ist kein Ponyhof“-Hindernis auf seine Kosten. Dies blieb die einzige Serie an Hindernissen mit Schmutzgarantie.

Weitere Hindernisse waren das kleine Labyrinth, verschiedene Blockaden zum drunter durchkriechen, schleppen, eine Hangelleiter, und eine Slackline mit Stützrädern, längs in die Nordsee gespannt. Das Finale bildeten die Hindernisse der Zielgerade: Handwerkliches Geschick beim Nagel in den Holzpflock hauen, einmal Kistenstapeln ums Viereck, das Überwinden des wohl größten Hindernisses: dem Over the Top, einer steilen Strickpyramide, bis zum Sprung über das Feuer und der Einlauf ins Ziel.

 

Klasse Orga mit kleinen Abstrichen

Parksituation? Kein Problem!  Das Auto haben wir auf dem Festland gelassen, wo wir für 5 Euro den ganzen Tag stehen konnten. Die Fährüberfahrt hat jeweils 45 Minuten hin und 45 Minuten zurück gedauert. Vom Hafen aus war alles fußläufig zu erreichen. Das Abholen der Startunterlagen ging rasch, so dass wir uns auf dem kleinen und feinen Gelände umgucken konnten. Neben dem aufgebauten Start und Zielbereich, verkostete der Sponsor Seeluftschinken die Läufer und Schaulustigen. Zwei Futterbuden und ein Getränkewagen sicherten zusätzlich die Verpflegung vor Ort. Die musikalische Unterlegung und Begleitung  der zwei amüsanten Moderatoren waren durch typisch nordischem Humor geprägt, was der Veranstaltung einen gewissen Charme verliehen hat.
Die Duschsituation danach war ganz nach dem Geschmack der Bibber- und Zitteraale gelöst. Das Starterpaket enthielt einen Gutschein für das direkt angegrenzte Thermalbad Thalasso, wo die Läufer sich massieren lassen und aufwärmen konnten. Daumen hoch dafür!


Die Streckenposten waren ebenfalls gut platziert, sodass ein Verlaufen fast unmöglich war.
Einzig die Wartezeiten und Strafen an den Hindernissen waren unpassend gewählt und sorgten  in unserer Truppe für leichten Missmut. Vor allem die Seilbahn war durch das An- und Ausziehen der Sicherheitskleidung sehr zeitintensiv und ließ die wartenden Läufer in der nassen Kleidung schnell frieren. Viele nahmen stattdessen die Strafe von 6 Runden laufen um den Park in Kauf, weshalb ein wirklich interessantes Hindernis für einen Großteil der Teilnehmer entfiel. Hinzu kam, dass keine Kontrollposten die Anzahl der Runden zählten und einige Läufer anstatt der vorgegebenen 6 Runden nur 1-2 absolvierten. Bei einem Lauf mit Platzierung und Zeitmessung sehr ärgerlich!
Ebenfalls in keinem Verhältnis stand die Strafe von 20 Kniebeugen zum Kistenstapeln, da dieses Hindernis weitaus mehr Zeit in Anspruch nahm.
Besonders positiv zu erwähnen waren die Anfeuerungsrufe der Zuschauer und die Ablauforganisation, die wirklich einwandfrei geklappt hatte.
Der erste Norderneyer Obstacle Fight schloss fast pünktlich mit der Siegerehrung ab, wo es neben der Anerkennung tolle Preise gab.

Fazit
Neben attraktiven, landschaftlichen Highlights bietet der Lauf ein angenehmes Läufer-Ambiente. Hier kommen sowohl Rookies als auch Pesernudeln auf ihre Kosten. Was die  Hindernisse betrifft, würden wir den Lauf als „einfach“ einstufen. Er eignet sich wunderbar um die Welt des OCR kennen und lieben zu lernen. Wer das Ereignis mit einem Kurzurlaub verbinden möchte findet weitere tolle Angebote zur Freizeitgestaltung auf der schönen Insel Norderney!

Eure
Pia

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