Hindernislauf Bayern

Rock Race in Würzburg. Regen und Schlamm am Fuße der Festung Marienberg.

Hindernislauf Bayern, Rock.Race 2015, ViehmarktplatzAm Sonntagfrüh lag Würzburg unter einer dicken Schicht grauer Regenwolken. Als ich mich auf den Weg zum Viehmarkt machte, um meine Startunterlagen abzuholen, regnete es bereits in strömen. Was für ein Kontrastprogramm zum vorherigen Tag beim Hammer Run, wo kein Wölkchen den Himmel trüben konnte. Da hatten sich das Orga Team rund um Jürgen Schweighöfer und Lukas Storath für die zweite Auflage des ROCK.RACE ein schönes Wetter ausgesucht. Für uns Läufer machte das keinen großen Unterschied, die Zuschauer jedoch mussten leider im Regen stehen, was der Stimmung aber keinen Abbruch tat. Dieses Jahr war der Start am Viehmarkt, der genügend Platz bot und Dreh- und Angelpunkt des Parcours bildete. Hier waren zuschauerfreundlich die meisten Hindernisse platziert. Darüber hinaus gab es weitere Änderungen zum Vorjahr wie unterschiedliche Streckenlängen, einen Kidslauf und folglich auch mehr Teilnehmer.

Um 12 Uhr ging es in der ersten Stratgruppe mit einem Sandsack auf den Schultern los. Die ersten Kilometer waren durch lange Laufstrecken geprägt. Ein paar einfache Kriech- und Kletterhindernisse auf der Strecke führten zu einer Entzerrung des Teilnehmerfeldes. Erst ging es am Mainufer entlang, wobei nach rund 4 Kilometern eine Kehrtwende eingebaut war. Auf dem Rückweg hieß es dann: Schwimmen. Tatort war ein kleines Hafenbecken. In Erwartung kalter Temperaturen begaben wir uns in die Fluten. Doch der Schein trügte. Das Wasser war wohltemperiert, geradezu ideal für eine Schwimmeinlage. Zurück am Viehmarktplatz erwartete uns eine geballte Ladung an Hindernissen. Wasserbecken, Strohballen, Container, Autowracks, Holzwände, Räuberleiter und ne Monkeybar brachten den Lauf-Rhythmus durcheinander.

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Nachdem wir das Hindernisinferno hinter uns gelassen hatten ging es ein Stück durch die Altstadt zum Fuß der Festung Marienberg. Jetzt begann es schmutzig und steil zu werden. Wie voriges Jahr schlängelte sich die Strecke rund um die Festung, wobei es keinen Weg mehr durch die Weinreben gab. Nach ca. 9,5 Kilometern folgte der wohl anspruchsvollste Streckenteil. In engen Schlangenlinien mussten die Läufer zahlreiche matschig-schmierseifigen Steilhügel am Rande der Burg bezwingen. Das permanente Auf- und Ab zehrte an den Kräften, was der Stimmung unter den Läufern keinen Abbruch tat. Nach zwei Kilometern Quälerei ging´s in den Hof der Festung Marienberg, wo wir die notwendige Verpflegung in Form von Wasser und Isogetränken erhielten. Der mit Abstand schwierigste Streckenabschnitt war bewältigt. Nun ging es, vorbei an überraschten Touristen, einmal rund um den historischen Komplex. Der Ringmauer folgend ging es in den „Festungspark“, der Dank des Dauerregens stellenweise recht seifig war. Nach einigen Rutschpartien führte die Strecke zurück zum Vorhof der Festung. Eine kurze Pause ermöglichte ein erneutes Auftanken von Frischwasser, ehe es wieder hinunter zum Mainufer ging.

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Höhenprofil Cross-Hindernislauf ROCK.RACE, Würzburg

Ein weiteres Mal musste das „Battlefield“ am Viehmarktplatz bezwungen werden.  Insbesondere die Kletterwand als auch die Monkeybar waren durch den Regen ziemlich schmierig geworden. Das machte die Überwindung dieser beiden Hindernisse nicht gerade einfacher. Aber so kurz vor dem Ziel mobilisierte ich die letzten Kräfte. Nach 18 Kilometern und 2:16:03 ging es durchnässt über die Ziellinie.

Hindernislauf Bayern, Rock.Race 2015, Streckenverlauf
Streckenverlauf Cross-Hindernislauf ROCK.RACE, Würzburg

Fazit: Der ROCK.RACE bieten auf der langen Distanz eine anspruchsvolle Strecke mit einem Schuß Kultur. Diese Mischung sowie der herrliche Blick über Würzburg machen denn Lauf zu etwas besonderem. Der Start- und Zielbereich am Viehmarktplatz mit der geballten Ladung an Hindernissen bietet Läufern wie Zuschauern den größten Fun. Allerdings sind das auch die neuralgischen Punkte der Strecke, denn hier kam es trotz Startwellen im Laufe des Rennens zu einigen Staus. Eine größere Anzahl an identischen Hindernissen würde das Problem sicherlich lösen. Einzig die nicht existierende Taschenaufbewahrung ist zu bemängeln. Als Läufer möchte man guten Gewissens ins Rennen starten. Eine bewachte Aufbewahrung der persönlichen Habseligkeiten ist da nicht zuviel verlangt. Da ist noch Luft nach oben. Der ROCK.RACE ist ein schöner Lauf mit entsprechendem Funfaktor. Mal sehen, was uns 2016 erwartet 🙂

Euer
TC

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