Hindernislauf in Finnland. Ein Bericht von Mei aus dem Norden Europas

Ich muss mich für die verspätete Veröffentlichung entschuldigen. Leider ist die Pflege des Blogs in letzter Zeit etwas zu kurz gekommen. Aber ich gelobe Besserung. Und nun viel Spaß beim Lesen beim Bericht von Mei.

Co-Autor Mei

Ein Bericht von Mei

 

 

Am 20. Mai fand in Finnland nahe Helsinki zum siebten Mal der „ExtremeRun Vantaa“ statt.

Die Stimmung und die Organisation waren sehr gut und auch das Wetter spielte mit. Meine Geschichte was vor und hinter dem Lauf noch passierte findet ihr auf „https://saksalainen-poika.fi/2017/07/15/laufen-in-vantaa/“. Die knapp 10km lange Runde, musste einmal absolviert werden, jedoch konnte man, was ich im Nachhinein erfuhr, auf eigenen Wunsch noch weitere Runden dranhängen.

Nach dem Massenstart mit knapp 1.600 Teilnehmern ging es direkt einen kleinen aber steilen Hügel hinauf und oben angekommen direkt wieder runter. Danach lief man erstmal geschätzte 3 km auf Schotter, Feldweg und Asphalt, wodurch sich die Teilnehmer ein wenig aufteilten. Anschließend ging es in den Wald, wo ein felsiger Berg erklommen werden musste. Da dieses natürliche Hindernis knapp 50m breit war, hatte ich hier keine Probleme mit der Masse der Teilnehmer.

Kurz darauf folgte auch schon der erste Versorgungspunkt mit Wasser und einem isotonischen Getränk, wobei ich mich mit einem Becher Wasser begnügte. Nach einem weiteren kleinen Anstieg folgte das erste künstliche Hindernis. Es waren ungefähr 5 m lange Plastikröhren mit einem Durchmesser von ca. 80 cm. Zum Durchkrabbeln waren diese zu eng, also musste man sich lang gestreckt auf Fußspitzen und ausgestreckten Händen irgendwie vorwärtsbewegen. Durch die relativ lange Laufstrecke vor diesem Hindernis gab es zum Glück keine Wartezeit. So zwängte ich mich in eine Freie rein und bewegte mich in einem Schleich-Kriech-Rob-Vorgang langsam vorwärts. Aus der Röhre raus, ging es einige Meter durch den finnischen Wald. Anschließend kam man wieder auf eine Straße welche von 3 Autos ins Längsrichtung blockiert waren. Direkt vor mir waren 2 andere Läufer welche natürlich die Autos wählten, welche am niedrigsten waren. Da ich natürlich nicht warten wollte, beschleunigte ich um direkt auf den Kofferraum des dritten Autos zu springen und weiterzulaufen, was mir auch erstaunlich gut gelang.

Kurz darauf folgte die „Goliattreppe“. Hierbei handelte es sich um ein Baugerüst in Treppenform mit 8 Stufen die je 1 Meter hoch waren. Kaum war ich oben angekommen, ging es danach auf der anderen Seite natürlich auch 8 Stufen wieder runter.

Wenige Meter hinter der „Goliattreppe“ folgte eine Flussdurchquerung. Der knapp 6 m breite Fluss war zu tief um ihn zu durchlaufen, wodurch man ihn mit einigen Schwimmzügen durchqueren musste. Auf der anderen Seite angelangt und das Ufer hochgekraxelt sah man schon eines der bekanntesten Hindernisse bei derartigen Veranstaltungen. Ein Haufen Autoreifen, welchen es zu durchqueren galt. Nachdem ich auch dieses überwunden hatte ging es in ein rechteckiges Baugerüst, welches geschätzt 4 m x 5m x 2m (L*B*H) groß war. In diesem war der ganze Boden mit Gymnastikbällen belegt, welche das Durchkommen aber nicht großartig erschwerte, da es dafür deutlich zu wenig waren. Jedoch glaube ich, dass dieses Hindernis mit doppelt so vielen Gymnastikbällen deutlich interessanter gewesen wäre.

Nach einer weiteren Laufstrecke über einen Feldweg kam die „Netzbrücke“. Hier musste erst an einem Netz aus Seil im 45° Winkel hochgeklettert werden. Dann musste man ein flaches Netz von ca. 3 m Länge überqueren und abschließend in zwei 1 Meter Stufen von der Konstruktion wieder runter klettern oder springen.

Nachdem der Fluss ein weiteres Mal durchschwommen worden war, kam man zum zweiten Versorgungspunkt. Nach einer kurzen Erfrischung lief man erneut auf die „Goliattreppe“ zu. Was ich beim ersten Mal nicht gesehen hatte war, dass die Konstruktion in der Mitte geteilt war und somit rechts von mir Läufer in die entgegengesetzte Richtung kletterten während ich mit ein paar anderen auf der linken Seite das Hindernis bewältigte. Kurz darauf folgte erneut ein Autohindernis. Da zu dem Zeitpunkt niemand direkt vor mir war, konnte ich dieses Mal das niedrigste Auto überqueren. Der Nachteil bei den flachen Autos war jedoch, dass sie jeder wählte wodurch ich durch die schlammige Motorhaube beinahe stürzte.

Nach einigen Metern Feldweg mit leichten Hügeln erreichte ich den dritten Versorgungspunkt, an dem wieder Wasser und isotonische Getränke angeboten wurde. Einem Becher Wasser geschnappt und weiter ging es den nächsten Hügel hinauf. Oben folgte eine elektrische Barriere. Es war ein Torbogen gebaut worden, an dem Fäden hingen welche alle 3 Sekunden ein Elektroschock lieferten. Ich passierte den Bogen ohne Schock und lief kurze Zeit später auf den Sportplatz ein. Dort waren 2 Hürden platziert und nachdem man eine dreiviertel Runde absolviert hatte, ging es erneut in den Fluss, wo aber dieses Mal eine Brücke unterquert werden musste. Zwar war das Wasser nur rund 20 cm tief, jedoch war die Brücke so niedrig, dass man nicht aufrecht laufen konnte. Hatte man hinter der Brücke den Fluss wieder verlassen kam man auf eine lange Gerade, welche über 4 m hinweg mit Schaum befüllt war. Der Schaum ging mir bis zum Hals und ich war froh, dass ich noch gerade so über den Schaumberg hinwegsehen konnte.

Eine Kurve später sah in das Ziel, welches mich nur noch durch ein letztes Hindernis trennte. Das Hindernis bestand aus zwei ungefähr 120 cm hohe Baucontainer, welche mit schaumigen Wasser gefüllt waren und hatte den Namen „Jaajons Dip“ (Jaajo Linnonmaa, ein berühmter TV- und Radiomoderator ist der Veranstalter des Laufs). Direkt dahinter war ein Helfer, der jeden, der die Wassercontainer verließ, mit einem großen Wasserschlauch ins Visier nahm. Als ich dann auf die Zielgerade bog, war ich ein wenig verwundert, da viele Personen ins Ziel liefen, obwohl ich maximal von 5 Personen überholt worden war. Ich beschloss dem Geheimnis später auf den Grund zu gehen und startete meine zweite Runde.

Einige Zeit später lief ich dann nach auch ins Ziel ein, wo mir eine Finishermedaille überreicht wurde und mein Name falsch ausgerufen wurde (im finnischen wird ein „ei“ wie „ey“ ausgesprochen).

Fazit:
Im Nachhinein kann man sagen, dass es ein schönes Rennen war mit guter Stimmung. Auch die Organisatoren und Helfer waren nett und sehr bemüht. Das zudem sonnige aber nicht übermäßig warme Wetter trug dazu bei, dass der Lauf ein sehr schönes Erlebnis war.

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