Hindernislauf Nordrhein-Westfalen

Mud Masters Night Shift versus Day Run

Co-Autor Franki

Ein Bericht von Franki

 

Eines vorweg – dies war mein erster Mud Masters Obstacle Run. Ich war also sehr gespannt, was mich erwartet. Ich lief bei der Nightshift 2 Runden als Supporter für meinen Kumpel das Tough Chicken. Am nächsten morgen versuche ich mich an der 18 km Strecke – also Leute „Augen auf bei der Hobbywahl „

Die Anfahrt war unproblematisch und gut ausgeschildert. Sogar nachts war ein beleuchteter Richtungsweiser aufgebaut.Viele Helfer wiesen einem den richtigen Weg

12 Kilometer Night Shift zur Einstimmung

Um 22:30 gab es das Nightbriefing in einem alten Hubschrauberhangar. Dort wurde für die 9h Läufer sowie diejenigen die „mal rein schnuppern“ wollten und nur 2 oder 3 Runden liefen alles Wichtige erklärt. Die Runde sollte ca. 6,6 km lang sein – im Ziel erwies sie sich als ca. 7,1 km. Das Wetter sollte gut werden ca. 10° – beim Wasser schätze ich mal waren es evt. 8°. Da Sicherheit groß geschrieben wurde trug jeder Teilnehmer eine gelbe Schutzweste sowie ein Blinklicht, welches nach einer bestimmten Rundenanzahl ausgetauscht wurde und in einer anderen Farbe leuchtete. Beides wurde bei der Startnummern Ausgabe ausgeteilt. Jeder Teilnehmer musste zusätzlich eine Rettungsdecke, eine Signalpfeife und eine Stirnlampe bei sich tragen. Etwa 400 Läufer – die in ihren gelben Laufwesten wie eine Horde Minions aussahen- machten sich auf zum ersten Night Shift.

Pünktlich um 0:00 Uhr ging es mit einem schönen Feuerwerk los. Nachdem erst einmal ein Bunker überquert werden musste, ging es im Matsch unter Stacheldraht durch. Man bekam eine Ahnung davon, wie kalt es werden könnte. Abwechselnd ging es über Wände – mit verschiedene Griff Möglichkeiten, durch Kriechhindernisse – teils auch bergauf im Sand – oder über Reifenstapel.

„Execution“ – ein ca. 4 m hohes Gerüst mit einer Falltüre war sicherlich eines der Highlights. Immer zwei Läufer stellten sich zusammen auf eine der 4 Plattformen. Dann wurde von den Marshall von 3 runtergezählt. Plötzlich öffnete sich der Boden und man viel ins kalte Wasser. Unten angekommen wurde man von Rettungsschwimmer in Empfang genommen ehe man ca. 20m bis zum Ufer schwimmen musste. Weiter ging es durch eine schräge Röhre die kletternd zu bezwingen war. Oben angekommen musste man über ein Gerüst die vier Meter wieder hinunter klettern. Mit nassen Händen war dies kein einfaches Unterfangen. Man musste stets aufpassen, nicht auszurutschen. Nach all dem Wasser konnten wir uns auf einer längeren Laufstrecke, die gespickt mit Kriech- und Wandhinernissen war, wieder warm laufen.

Die „Monkey Bars“ war eine rund 8 Meter lange Holzsprossenleiter, die wir entlanghangeln mussten. Schaffte man es nicht, landete abermals im kühlen Nass. Selbst wenn man trockenen Fußes die andere Seite erreichte, wurde man beim direkt anschließenden „Flyer“ garantiert nass. Nachdem man die 10 Meter Höhenunterschied rutschend überwand, flog man in ein rund zwei Meter tiefes Wasserbecken.
Weiter ging es durchs Gelände, krabbelnd unter einem Netz hindurch, über Steilwände und eine 4 Meter hohe Halpipe hoch. Zum Abschluß der Runde kam noch der „Sizzler“. Ein Kriechhinderniss mit Strom, der nachts wohl abgeschaltet war, und man hatte es gepackt. Nach einer Runde konnte man kurz ausruhen und etwas trinken, wenn man selbst dafür gesorgt hatte. Denn zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine Verpflegung. Nach 1:07 h machten wir uns auf die zweite Runde. 2 Stunden und 18 Minuten später hatte ich es dann geschafft. Ich verabdschiedete mich von Andreas, der ncoh weitere 7 Stunden vor sich hatte und machte mich für ein paar Stunden ins Hotel, duschte und drehte weitere Runden im Schlaf. weitere Runden schlafen.

Alles in allem ein cooler Lauf, den man mal mitgemacht haben sollte – nachts ist schon ein besonderer Thrill – gerne wieder.

Das 18 km Programm am nächsten Morgen

Und weiter ging’s. Die 18 km Läufer starteten von 10:00 bis 10:40 alle 20 min  in Wellen von rund 200 Leuten. Die längste Strecke bestand aus den Teilstücken der 6er und
12er Runde sowie einem weiteren 6 km langen Abschnitt. Am Ende des Laufs zeigte meine GPS Uhr knapp 20 km an.

Auf der längsten Distanz am Sonntag musste jedes der 52 Hindernisse einmal bewältigt werden, man wurde also weniger nass als auf den 6er Runden nachts. Auf dieser Strecke gab es 3 Versorgungsstationen mit Wasser und Apfelstückchen. Auch wenn es wärmer als nachts war – die Wassertemperaturen waren dieselben geblieben.

Staus gab es lediglich bei den „schwierigen“ Hindernissen. Im Allgemeinen ging es durch den „Wellenstart“ zügig voran. Einige der Hindernisse waren nicht so leicht zu bewältigen wie z.B. ein ca. 4 m langes Tau hoch klettern, kopfüber an einem 10m langen Stahlseil
entlang hangeln oder an mehreren hintereinander aufgehängten „Rädern“ und sich drehenden Griffen – ein Hindernis ähnlich wie aus „Ninja Warrior Germany“- durch zu schwingen. Trotz dieser Widrigkeiten konnte ich beim Laufen und bei den einfachen Hindernissen einiges an Zeit wieder gut machen, so dass ich viele Läufer, die eine Gruppe vor mir gestartet waren, noch einholen konnte.

Was für eine Platzierung jedoch unerheblich war, da es keine Zeitnahme und damit leider auch keine Urkunde für die Läufer gab. Leider gab es auch keine Medaille wie beim 9h Night Shift. Der sandige Boden machte das Laufen nicht einfach und raubte mir ordentlich Kräfte. Vor allem das Areal rund um den „Flyer“ war eher ein Strandlauf ;-). Nachdem die letzten Hangars überquert, die Halpipe erklommen und die letzten Stromhindernisse, die dieses Mal Saft hatten, überwunden waren hatte ich es nach der letzten Brücke geschafft. Gemeinsam mit ein paar jüngeren Läufern aus der ersten Startwelle überquerte ich mit ihnen gemeinsam die Ziellinie. 19,4 Kilometer in 2:26. Da wäre noch etwas drin gewesen, aber nach den Anstrengungen im Night Shift war es ok.

Im Anschluß holte ich noch mein T-Shirt ab. Hier gab es unterschiedliche Varianten für den Night Shift und die Tagesläufer. Leider waren die warmen Duschen kostenpflichtig. Rund um den Zielbereich gab es Info- und Merchandisingstände, Essensbuden und genügend Sitzgelegenheiten sowie einen Sprungturm, bei dem man seinen Mut beweisen konnte.

Mein Fazit: Schöner Event in einer schönen Gegend, der für jeden Fitnesslevel, inkusive Familien, etwas zu bieten hat. Eine Medaille und eine Zeitmessung wären bei den Preisen wünschenswert, sind aber kein muss. Alles im Allem war die Orga sehr gut. Ich komme bestimmt noch einmal wieder. Evtl. starte ich auch in Hamburg, mal sehen.

 

 

 

 

 

 

 

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