Hindernislauf Baden-Württemberg

Der Tod lief mit. Beim Motorman Run in Neuenstadt.

Hindernislauf Baden-Württemberg, Motorman Run 2015, Gevatter TodSamstag, 12.9.2015, 14:00 Uhr. Mit schwäbischer Pünktlichkeit fiel bei strahlenden Sonnenschein der Startschuß zu meinem vierten Motorman Run in Neuenstadt am Kocher. Und noch vor dem Start blickte ich dem wahrhaftigen Tod in die Augen. Und er sollte während des gesamten Rennens mein Begleiter sein. Letztes Jahr war er noch als Supermann am Start, dieses Jahr als Gevatter Tod. Rainer, ein alter Weggefährte bei vielen Hindernisläufen, läßt sich immer wieder ein kreatives Kostüm einfallen :-).

Die Streckenführung hatte sich im Vergleich zum letzten Jahr nicht groß verändert. Und das Wetter konnte wieder mit dem Lauf aus 2013 mithalten. Der Rundkurs von 9 Kilometer Länge musste zwei mal absolviert werden. Zuerst ging es bergauf Richtung Sportplatz. Beim dritten Hindernis, der „Schlammpengasse“, war erstmals eine Erfrischung angesagt. Eine knietiefe Schlammgrube in Kombination mit einem spritzenden Feuerwehrschlauch sorgte für eine wohlige Abkühlung, denn unter dem Chicken war es brütend warm. Ehe es zur „Rutschpartie“, eine rund 30 Meter lange Wasserrutsche ging, folgte die erste Versorgungsstation. Der Parcours schlängelte sich durch ein Bachbett zum Stadion, wo es einige Hürden und eine Halfpipe zu überwinden galt.

Bei der „Drecksbrühe“, drei hintereinander angelegte Schlammlöcher, wurde es dann schmutzig. Hier versammelten sich viele Zuschauer, die das Spektakel mit Freude verfolgten. Drei Kids, um die 10 Jahre alt, standen direkt am Rande der Schlammlöcher und klatschten die Läufer ab. Beim Ersten schlug ich mit meiner Hand ein, bei dem Anderen ebenfalls. Aus Spaß zog ich leicht (es war wirklich leicht) an seinem Arm. Er hatte wohl einen sehr rutschigen Stand, denn ehe ich mich versah, stand er neben mir in der Hindernislauf Baden-Württemberg, Motorman Run 2015, Drecksbrühe ZuschauerSchlammgrube. Ups, das war nicht beabsichtigt. Ich versuchte den Burschen aus der Grube zu schieben. Die Ränder waren jedoch so rutschig, dass er sich nur mit Hilfe seiner Freunde aus der misslichen Lage befreien konnte. Ich schob von unten, sie zogen von oben. Gut sah er aus, seine Mama wird sich sicherlich gefreut haben :-).

Direkt danach folgte ein weiterer Pausenstand. Also, was die Frequenz an Verpflegungsstationen betraf, war der Motorman Run 2015 spitze. Verdursten konnte hier keiner. Weiter ging´s über die „Reifeprüfung“ zum „Wadenbeißer“, der anspruchsvollsten Steigung des Laufs, die kurz aber knackig eine Obstwiese hinaufführte. Die anschließenden Felder waren mit Strohballen und einem Kriechhindernis gespickt. Da das Wetter die Tage zuvor recht trocken war, war das Geläuf  im Vergleich zum Vorjahr recht entspannt. Der Weg zurück Richtung Städtle führte vorbei an Wassercontainern, einem Maisfeld, Abschleppwagen und einem Gerüst. Es folgten einige erfrischende Wasserpassagen u.a. durch den Brettach. Ein Highlight war sicherlich das Hindernis „Brett vor dem Kopf“, eine 3 Meter hohe Holzwand, die mit Hilfe eines Seils erklommen werden musste. Für weniger Geübte gab es auch niedrigere Varianten, sodaß keiner um das Hindernis herumlaufen musste. Der nächste Abschnitt, der durch eine große Anzahl an jubelnden Zuschauer gesäumt war, führte durch die Stadt. Einfache Kletterhindernisse, Strohballen und Matschgruben wechselten sich in diesem Abschnitt ab. Der letzte Anstieg führte zur Kletterbarriere „Vulcano“, ehe es über die Wasserrutsche „Waschmaschine“ wieder zurück zum Zielbereich ging. Nach rund einer Stunde war die erste Runde geschafft.

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Die Zweite war anfangs recht angenehm zu laufen, da weniger Läufer anzutreffen waren. Bis zur „Waschmaschine“. Hier und bei den anschließenden „Kabeltrommeln“ staute sich das Läuferfeld extrem. An diesem Nadelöhr trafen die 18 Kilometer-Läufer auf die 9 Kilometer-Läufer zusammen. Das war einfach zu viel für die Sreckenauslastung. Nach 2 Stunden und 12 Minuten war der Motorman Run 2015 Geschichte. Und dann traf ich auch ihn wieder: Meinen Weggefährten – Gevatter Tod.

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Fazit: Der Motorman Run ist ein schöner Hindernislauf, der vor allen Dingen von der tollen Stimmung an der Strecke lebt. Es scheint so, als ob ganz Neuenstadt auf den Beinen ist. Dabei ist er nicht zu anspruchsvoll und somit auch für Einsteiger geeignet. Wie bei vielen Hindernisläufen, die mit unterschiedlichen Distanzen aufwarten, kommt es bei der Zusammenführung der Läufer an neuralgischen Hindernissen bzw. Stellen zu Staus. Das ist schade, denn es bremst das Fortkommen aller Läufer. Ich hoffe, das Orga-Team läßt sich für 2016 etwas einfallen, um das Problem abzuschwächen. Ebenso wie bei der Taschenausgabe. Hier gab es extrem Hindernislauf Baden-Württemberg, Motorman Run 2015, Schlange Abholung Taschenlange Schlangen vor der Helmbundhalle. Die Wartezeiten betrugen 20 Minuten und mehr. Völlig durchnäßt ist dies nicht gerade angenehm. Wäre es kälter gewesen, hätte es zu einem Massenzittern kommen können. Doch dank der angenehmen, spätsommerlichen Temperaturen ist dies Gott sei Dank ausgeblieben. Wer weiß, ob das Wetter nächstes Jahr wieder mitspielen wird.  Alles in allem: Daumen hoch!

 

 

 

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