Hindernislauf Andorra

Spartan Race Beast in Quäldorra. Der Start der Mountain Series Europe.

Gibt es eine Hölle für Hindernisläufer auf Erden? Gibt es. In dem kleinen Pyrenäenstaat  Andorra derzwischen Frankreich und Spanien lieget. Hier fand das erste Rennen der Spartan Race Mountain Series Europe, zu der ich mich angemeldet hatte, statt. Genauer im Skigebiet Grau Roig, das in einer Höhe von 1.710 bis 2.640 m liegt. Bereits Ende 2017 hatte ich bei der European Championship in meiner Age Group die Gelegenheit, das unwegsame, steile Terrain zu Fuß zu erkunden. So war ich auf einige Höhenmeter eingestellt, doch dieses Mal war die Strecke um ein Vielfaches brutaler. So bewältige ich bei diesem Spartan Race insgesamt ca. 3.200 Höhenmeter auf einer Distanz von 27 Kilometern. Bei der Europameisterschaft im September vergangenen Jahres waren es lediglich lediglich 1.470 Höhenmeter auf 22 Kilometer. Und beides war die Beast Distanz. Nur beim Wetter hatte ich dieses Mal mehr Glück. Statt verschneiter Piste sprieste an den Hängen meist ein sattes Grün, was das Laufen etwas angenehmer gestaltete.

Schneeballschlacht im Juni beim Spartan Race

Pünktlich um 9:15 Uhr fiel der Start Schuß für die Age Group. Nach einigen Schleifen im Tal ging es mit Schmackes den Berg hinauf. Rund 310 Höhenmeter waren direkt am Anfang zu bewältigen. Und so windete sich die Karwane ambitionierter Spartan Racer der Berg hinauf. An Laufen war hier nicht zu denken. Ich war froh, dass ich mit zügigem Schritt voran kam. Am Coll Blanc, bei fast 2.500 Metern, drehte die Strecke und es ging über viel Geröll wieder abwärts. Die erste Überraschung folgte dann mit dem ersten Hindernis: Schneeball werfen. Auf ein A3 großes Schild mit Spartan Logo. Ein Schneefeld, das den Winter überstanden hatte, machte es möglich. Super. Eine Wurfdisziplin, bei der das Scheitern immer möglich ist. Und genau dieser Fall trat ein. Mein Ball streifte zwar das Schild, was den Marshalls aber nicht ausreichte. Also absolvierte ich meine ersten 30 Burpees im Schnee. Und es sollten nicht die letzten sein. Nach einem weiteren Anstieg ging es wieder Richtung Talstation zum ersten Messpunkt an dem sich die erste Verpflegungsstation befand. Anschließend direkt wieder bergauf, Sandsack tragen, mit dem Sandsack über kleine Balken springen und Gewichte ziehen. Nach weiteren Höhenmetern war das erste Hangelhindernis an der

Reihe. Kopfüber und mit eingehakten Beinen musste an Stangen zu einer Glocke gehangelt werden. Eine einfache Übung zu warm werden. Anschließend ging es 400 Höhenmeter aufwärts, dann wieder abwärts und direkt danach wieder bergauf ehe an der Talstation die nächsten Hindernisse warteten. Dicht aufeinander folgten „Spear Throw“, „The Twistah“ und „Spartan Rig“. Erstes und letzteres der Dreierkombi bescherten mir jeweils 30 Burpees. Recht ungewöhnlich, da ich diese Hindernisse beim Spartan Race meistens ohne Schaden absolviere. Vielleicht lag es ja an der Höheluft :-).

Höhenmeter ohne Ende

Im Anschluß war dann der „Memorization test“ fällig. Weiter ging es abwärts. Hindernisse wie „Atlas Carry“, „Tyrolean Traverse“, „A Frame Cargo“ oder „Bender“ säumten unseren Weg ehe es wieder rund 400 Höhenmeter aufwärts ging. Bei der folgenden „SlackLine“ schaffte ich es leider erst beim zweiten Versuch, was erneute 30 Burpees zur Folge hatte. So langsam wurde es zu einem Kampf gegen den inneren Chickenhund. Nach einer kurzen Erholungsstrecke bergabwärts war das beliebte Kettentragen angesagt. Und wieder ging es aufwärts. Es schien kein Ende zu nehmen mit den Steilwänden. Weitere Hindernisse folgten bis ich zum zweiten „Memorization test“ gelangte. Hmm, das habe ich noch nie erlebt. Zwei Memorization tests bei einem Spartan Race. Also versuchte ich, mir auch diese zweite Zahlen- und Buchstabenkombination zu merken und betete, dass ich diese am Ende wieder richtig zusammenbringen würde. Von da an ging es zurück Richtung Talstation, wo dias nächste Hinderniskonglomerat wartete. „Hercules Hoist“ stellte kein Problem dar, allerdings stand danach „Olympus“ auf dem Programm. Hier fehlt mir nachwievor die richtige Technik, um das Hindernis zu meistern. Nach dem ersten Drittel musste ich die Flügel strecken. Erneut 30 Burpees. Ich mobilisierte meine letzten Reserven für meine letzten Burpees. Jetzt merkte ich, wie meine Kräfte schwanden. Ich musste der Strecke Tribut zollen.

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Zweifel kamen in mir hoch, ob ich beim Memorization Test noch einmal in die Knie gehen musste. Nach 500 Metern und der Traverse Wall war es dann so weit. Ich musste meine grauen Zellen aktivieren. Glücklicherweise wurde nur die letzte Kombination abgefragt, die ich nach einigem Zögern zusammenbrachte „889-Archelos-9201“. Ich war erleichtert. Bergabwärts wartete dann das Hindernis „Rope Climb“. Ich nahm noch einmal meine ganze Kräfte zusammen. Zentimeter für Zentimeter quälte ich mich das dünne Seil nach oben. Geschafft, die Glocke läutete. Im Anschluß überwand ich erneut eine 3-Meter-Wand. Das Ziel in greifbarer Nähe ging es fluchend den letzten Anstieg Hügel hoch. Was sonst. Da ich jedoch das Ziel vor Augen hatte, waren die letzten Hindernisse wie „Low Crawl“ oder „Slip Wall“ recht einfach zu meistern. Nach dem Feuersprung kam nach ein von der Sonne gegrilltes und den Bergen Andorras gequältes Tough Chicken ins Ziel.

Fazit zum Spartan Race Beast in Andorra

Spartan Race Beast, Spartan Mountain Series Europe, Hindernislauf Andorra, Grau RoigDen Spartan Race Ultra empfand ich dieses Mal als grenzwertig. Die Strecke war extrem hart, die Temperaturen taten ihr übriges. Nach 27 Kilometern und 6:09:17 kam ich ins Ziel. Das bescherte mir in meiner Altersklasse den 17 Platz von 39 Hindernisläufern. Und den 94 Rang von 197 insgesamt.  Die unendlich wirkenden Anstiege zehrte extrem an den Kraftreserven, die Hinderisse taten dann ihr übrigens. Respekt vor all jenen, die den Spartan Race Ultra in Andorra überstanden. Landschaftlich eine der schönsten Location für einen Spartan Race. Ich bin gespannt, was mich bei den folgenden Rennen der Spartan Race Mountain Series Europe erwartet.

TC

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