Hindernislauf Polen

Micha erhält beim Bieg Katorżnika die Monstermedaille

Kürzlich erreichte mich der Gastbeitrag von Micha vom Bieg Katorżnika, einem Hindernislauf in Polen. Er fand am 7.8.2015 statt und scheint es in sich gehabt zu haben. Am Besten bildet Ihr Euch selbst eine Meinung, ob sich nächstes Jahr ein Ausflug nach Polen lohnt :-). Vielen Dank an Micha für seinen Rennbericht.

Hindernislauf Polen, Bieg Katorżnika 2015, Micha mit Medaille„Die Anmeldung (55 Euro) habe ich rechtzeitig per Mail gesendet mit Angabe meiner Wunschstartzeit (ab 10 Uhr stündlich). Anders blickte ich nicht durch, da so viele andere Läufe an diesem Wochenende waren, war mir das am sichersten. Es gab z.B. Rückwärtslaufen, Nachtlauf durch den Wald, Gefangenenlauf usw. Der Gefangenenlauf muss grausam gewesen sein. Ich habe mich mit einigen Holländern im Hotel unterhalten, die sich dafür angemeldet hatten. Sie meinten: Man wird gefangen genommen, muss eine Stunde mit Kabelbindern auf den Rücken in Bauchlage liegen, darf sich nicht bewegen und wenn doch, gibt es etwas mit dem Schlagstock oder Fußtritte… Und wenn es Nacht würde, könne man sich befreien und der „Spaß“ geht los. Durch einen Wald mit viel Moor… Das wäre nichts für mich gewesen.

So nun zur Anreise: am 6.7.15 bin ich von Berlin nach Lubliniec gefahren und habe die E36 genommen. Man passiert die Grenze nach Polen und da nimmt eine fürchterliche Strecke einem den ganzen Spaß. 69,5 km nur Schlaglöcher und extreme Unebenheiten. Wenn es zu vermeiden ist, benutze ich diese nicht noch einmal! Kann ich auch niemanden empfehlen, da die Fahrt sehr lange dauert. Und die Polizei lasert dort auch. 70Km/h max. sind erlaubt. Mehr geht eigentlich auch nicht.

Im Hotel Lubex angekommen kurz die Sachen abgestellt und ab zum Veranstaltungsgelände. Vom Hotel ca. 10km Fahrtweg. Man muss schon etwas suchen, bis man weiß, wie und wo es lang geht. Eine Besichtigung der Strecke kann man nicht unternehmen. Dazu jetzt…

Am nächsten Tag um 14 Uhr war für mich Start.

Hindernislauf Polen, Bieg Katorżnika 2015, ReifenhindernisNach dem Startschuss ist man nach ca 20 Metern im Wasser und kommt auch nicht mehr raus. Es geht eine Strecke von rund 2 km nur im See entlang an Schilf vorbei, durch Gestrüpp und alles was sich so im Wasser tummelt: Steine, Wurzeln, Baumstämme, etc. Danach geht es ca. 1 km durch einen Ausläufer vom See. Hier ist das Wasser wadenhoch. Und immer wieder aufpassen, was im Wasser ist. Aber man warnte sich gegenseitig. So ging es immer weiter. Der Boden im Wasser wurde immer weicher und somit auch schwieriger zu durchlaufen.

Nun war es an der Zeit auch mal ins Kloakenwasser zu gehen. So schwarzes Wasser habe ich noch nie gesehen. Und gestunken hat es. Und was passiert mir? Ich falle über einen Stein und sehe nun auch schwarz aus. Egal, weiter geht’s…irgendwann geht’s ins saubere Wasser zum Säubern.  Nun hatte ich auch paar Deutsche gehört. Einen fragte ich wie viel km sind es bis jetzt? Antwort:6 km… Waaaaas? Und wie lange sind wir schon unterwegs? 1:42:00 h. „Boah“ sagte ich. Also lagen vor uns noch mal 6 km. Und nun fing das große Übel an: Schlammgruben, die einem bis fast unters Kinn gingen. In einer Grube bin ich ohne fremde Hilfe nicht mehr rausgekommen. Nun wusste ich auch, warum viele der Läufer Klebeband um ihre Schuhe hatten. Es ging weiter zum See, wo man schwimmen und sich eine Brücke hochhangeln musste, um diese wieder auf der andern Seite mit einem Sprung in Wasser zu verlassen. Nun war das Ende nah. Aber es nahm kein Ende. Einer sagte zu mir: Was ist das für ein Mist, das ist doch nicht normal. Ich habe kein Bock mehr! Hindernislauf Polen, Bieg Katorżnika 2015, Hindernis TunnelUnd da war die Laufstrecke noch ca. 1,5 km. Also fast geschafft… denkste… im Wald hat man nicht etwa den Wanderweg zu überqueren, sondern weit daneben!… Ich dachte jetzt auch schon, was soll der Mist hier… ich konnte nicht mehr. Aber ich wollte ins Ziel…also laufe, sagte ich zu mir. Und endlich (ich sah das Ziel)… aber ein paar Hindernisse waren noch nötig, in einem Haus Treppen hoch und runter, durch einen dunklen Keller, ein Berg, Reifen und eine Grube (Platzangst ist hier nicht angebracht). Und als ich die hinter mir hatte, waren es nur noch 50 Meter… Ja! Ich habe es geschafft und die größte Medaille um den Hals gehangen bekommen. Ich war noch nie so stolz und glücklich. Ob ich das noch mal machen würde, wurde ich gefragt. Niemals! Am Abend bei ein paar Bier und meinte mein Kumpel, der nicht gelaufen ist, nächstes Jahr machen wir das zusammen. Na gut, sagte ich….

Meine Zeit: 3:26:06 h
Temperatur : 38° und wolkenlos

Beste Grüße
Micha“

Na, bei der Medaille muß man sich ne Teilnahme im nächsten Jahr wohl einmal überlegen. Bei dem Gewicht zählt die doppelt.

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