2011

Hammer Run Bayreuth. Tough Chicken und der „böse“ Nate

Hammer Run Bayreuth 2015, Nate und Tough Chicken„Da ging Nate ein Weilchen neben Tough Chicken her, dann sprach er: „Tough Chicken, sieh‘ einmal die schönen Hindernisse, die im Walde stehen, warum bezwingst du sie nicht; ich glaube, du hörst gar nicht darauf, wie die Gewehrkugeln und Pfeile lieblich zischen? Du gehst ja für dich hin, als wie zum Sonntagsspaziergang und es ist so lustig draußen in dem Wald“, sprach Nate zu Tough Chicken.“

Im Originaltext des Märchens „Rotkäppchen und der Wolf“ spricht der böse Wolf zu Rotkäppchen und preist die Schönheit des Waldes an. Etwas umgeschrieben beschreibt der Text recht treffend die märchengleiche Landschaft, in der der Hammer Run Bayreuth, genauer in Mengersdorf, bei Mistelgau, stattfand. Die Strecke führte kreuz und quer, hoch und runter durch den Wald. Bei strahlenden Sonnenschein entfachte er eine ganz besondere, fast märchenhafte, Atmosphäre. Diese kam insbesondere dann zum tragen, wenn man sich alleine durch das unwegsame Gelände zum nächsten Hindernis quälte.

Eine hammer Strecke mit Höhen und Tiefen

Hammer Run Bayreuth 2015, Streckenprofil Ausgedacht hat sich diese Strecke Nate Whelan mit seinem Team. Der Initiator des Hammer Run schwörte am Samstagmorgen auch die erste Startgruppe ein. Nach einem kurzen Briefing ging es auf den anspruchsvollen 15 km Parcours. Direkt nach dem Start folgte ein Anstieg direkt in den Wald zu den Hindernissen „Over Under“ und „Monster Climb“. So dienten die ersten Balken als Aufwärmprogramm für die folgende Kletterpartie. Mit Hilfe eines Seiles erklomm man eine ca. 7 Meter hohe Böschung ehe es ein paar Meter weiter wieder steil abwärts ging. Nach einem kurzen Lauf baute sich eines meiner „Lieblingshindernisse“ vor mir auf: „Rope Burn“. Ein frei hängendes Seil, welches es zu bezwingen galt. Nach einigen Versuchen entschied ich mich lieber für die Burpees. Quer durch den Wald erreichte man das Hindernis „Surf Up“. Auf einem Surfbrett liegend überquerte man einen Tümpel. Schwerer gestaltete sich das anschließende „Hard Balance“. Zwei runde Balken führten von einem Ufer zum anderen. Das Fiese. Beim Betreten setzten sich diese in Schwingungen. Zudem waren sie durch die rege Nutzung der Vorläufer mit einem feinen Wasserfilm überzogen. Das ging nur eine kurze Zeit gut. Mit Wasser durchtränktem Schuhwerk ging es querfeldein Richtung Schießen.

Jetzt war eine ruhige Hand gefordert

Für einen Hindernislauf eine recht ungewöhnliche Prüfung. Beim Schießen sollten Ziele in rund 10 Meter Entfernung getroffen werden. Erst mit dem Luftgewehr, anschließend mit Pfeil und Bogen. Eine super Idee, nur wenn mehr Läufer den Hammer Run entdecken, könnte dies zu einem Nadelöhr werden. Auf Nachfrage zu dem möglichen Problem hätte die Orga aber bereits eine passende Lösung in der Schublade. Nun denn, Waidmannsheil :-).

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Weiter ging`s einen Waldpfad entlang zu den „Rings“. Mit Hilfe von Ringen, die hintereinander an einem Seil befestigt waren, sollte ein Tümpel überquert werden. Problem war nur, dass das Seil durch das Gewicht der Läufer nachgab. So war es für die meisten beinhae ein unmögliches Unterfangen, die Station mit trockenen Füssen zu überstehen. Direkt im Anschluß durfte man mit zähem, die Füße förmlich ansaugenden Morast, kämpfen. Eine schmutzige Angelegnheit, die in die Beine ging. Weiter zu den „Monkey Bars“. Hier hat das Orga-Team wohl um die Ecke gedacht, denn der Verlauf führte um einen Baum herum. Im Anschluß erwartete uns ein erneutes Schlammbad, was einer Fangopackung in nichts nachstand.

Laufen war angesagt

Eine längere Laufstrecke zum „Schlepper“ folgte. In der Regel sind Abschnitte, die mit Gewichten zu laufen sind, recht kurz, diesmal waren es einige Meter, bis man den Balast wieder los wurde. Bevor sich die Strecke durch den Wald schlängelte wurden vorab noch die Hindernisse „Net Crawl“ und „River Scuba“. Zu diesem Zeitpunkt war das Läuferfeld bereits weit auseinandergezogen, sodass man die Ruhe und Atmosphäre des „Märchenwaldes“ genießen konnte.

Nach rund drei Kilometern waren die nächsten beiden Stationen dran. Eine davon sicherlich ein Unikum und gleichzeitig Namensgeber für den Lauf? Mit einem Hammer mussten drei Nägel in einen Baumstumpf versenkt werden. Mit etwas handwerklichem Geschick war diese Übung rasch erledigt. Es folgt das Hindernis „Climb“, zwei aufeinander folgende Kletterwände, die es zu überwinden galt.

Die letzten Kilometer

Weiter ging´s in den oberfänkischen Dschungel, wo sich den Läufern einige Balken und das Hindernis „Net Up“ in den Weg stellten. Insbesondere das frei hängende Netz war etwas tricky. So blieb ich das ein oder andere Mal mit meinen Trailschuhen in den Maschen hängen, was das Überwinden zwar erschwerte, aber nicht unmöglich machte. Nach einigen Aufs und Abs erreichte ich den Zielbereich. Bevor ich die Ziellinie allerdings überqueren konnte, standen noch „Tire Up“ und „Target Practice II“ auf der Tagesordnung.

Bei „Tire Up“ konnte man wählen. Großer oder kleiner Reifen. Aufgabe: Drei Mal Reifen drehen. Ich entschied mich für den Großen. Anfangs dachte ich, „schlechte Wahl“. Das Ding rührte sich ja gar nicht. Also noch einmal angesetzt und aus den Knien nach oben gedrückt. Nun hob sich das Monster an. Wumms. Das erste Mal war geschafft. Zwei weitere Drehungen später war die Übung absolviert. Beim Speerwerfen fehlte mir wohl das Zielwasser. Zwar warf ich die „Besenstiele“ recht passabel Richtung blaue Tonne, doch leider verfehlten sie ihr Ziel immer knapp. Nach dieser letzten Einheit waren es nur noch ein paar Schritte bis zur Ziellinie. Nach 2 Stunden und 9 Minuten überreichte mir eine kleine „Waldfee“ meine Medaille. 30ster im Gesamtclassement, 2ter in meiner Altersklasse. Ein Märchen ist wahr geworden :-).

Hammer Run Bayreuth 2015, Streckenverlauf
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Fazit:
Der Hammer Run Bayreuth ist NOCH ein kleiner, feiner Hindernislauf der seine Tücken hat. So ist die wunderschöne Streckenführung durch die vielen Steigungen nicht zu unterschätzen. Auch erfordert das ein oder andere Hindernis wie z.B. „Rope Burn“, „Rings“ oder „Hard Balance“ Kraft und Geschick. Das Team um Nate Whelan schufen eine lockere, familiäre Atmosphäre. Alle Läufer hatten sichtlich Spaß an diesem Event, was die etwas umständliche Organisation bei der Anmeldung schnell vergessen ließ. Ich kann den Hammer Run Bayreuth ohne schlechtes Gewissen empfehlen. Schöne Streckenführung, außergewöhnliche Hindernisse und eine Menge gute Laune machen den Lauf laufenswert.

Euer
TC

 

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