Hindernislauf Bayern

Beim Runterra warteten 120 Hindernisse auf 24 Kilometer

Hindernislauf Bayern Runterra 2015 Selfie Seemonster mit Tough Chicken
Seltsame Gestalten säumten die Strecke beim RUNTERRA 2015

Am Samstag, den 26. September 2015 war es soweit. Der 2te RUNTERRA Hindernislauf in Zirndorf stand auf dem Programm. Bei der Premiere im letzten Jahr mußte ich krankheitsbedingt leider passen und verfolgte das Geschehen online bei der Live-Übertragung. Diesmal hatte ich das Glück fit zu sein, obwohl mir die 4 1/2 stündige Anfahrt aus dem Rheinland schon etwas in den Knochen steckte. Die Parkplatzsituation war trotz ausreichend ausgewiesener Flächen etwas chaotisch. Doch Dank der Toleranz der umliegenden Gemeinden fand auch ich ein Plätzchen für mein Gefährt am Wegesrand. Schnell die Schuhe angezogen und ab ging´s Richtung Eventgelände. Die Veranstaltung war gut besucht, die Stimmung fröhlich ausgelassen. Da ich recht spät dran war, klappte das erledigen der Formalien recht zügig. Vor dem Start zogen die einzelnen Teams mit viel Getöse in den Startbereich ein.

Anschließend wurden die Kandidaten des Social Phoenix Award vorgestellt. Personen, denen das Leben eine schwere Prüfung auferlegt hatte, wurden durch die Nominierung geehrt. Respekt vor den Kandidaten, wobei sich einer, der das Augenlicht verloren hatte, mit Hilfe eines Guides ebenfalls der Herausforderung stellte. Es ist erstaunlich, wozu Menschen in der Lage sind, wenn nur der Wille stark genug ist. Da erschienen mir die alltäglichen Probleme wie, z.B. wieviel Runden man laufen sollte, recht belanglos. Ich entschied mich für die 24 Kilometer Strecke. Das waren drei Runden à 8 Kilometer. Eine weitere Option wäre gewesen, nur eine oder zwei Runden zu laufen. Aber wenn ich schon mal da war, wollte ich auch das volle Programm mitnehmen.

Startschuß zu 24 Kilometern und 120 Hindernissen

Mit der Startnummer 1502 ausgezeichnet ging`s los. Anfangs war die erste Startgruppe der 24 km Läufer recht dicht zusammen. Der hügelige Rundkurs und nicht zu schwere Hindernisse zu Beginn bewirkten, dass nach den ersten Kilometern eine Entzerrung des Teilnehmerfeldes erfolgte. Zu Beginn standen einige Kriechhindernisse, Wassergräben und wieder Kriechhindernisse auf dem Zettel. Und immer wieder Sand- und Dreckhügel, die sich im späteren Verlauf auf die Physis auswirkten. An einem der Kriechhindernisse wehte ein Hauch von Hollywood durch die fränkische Prärie. Eine Produktionsfirma hatte es mit Filmmusik beschallt und mit einem geduldigen Statisten in Gestalt eines Schimpansen versehen. Da kam ein Gewisses Indiana Jones Feeling auf. Nach dem folgenden Sandsackschleppen ging es auf das Gelände der Erddeponie Zirndorf.

Auf und nieder immer wieder auf dem Gelände der Erddeponie Zirndorf

Als wir auf das Areal einbogen, versperrten uns zwei hintereinander aufgestellte, rund 2 m hohe Betonwände, den Weg. Diese waren leicht schräg gestellt und am First recht breit, weshalb sie nicht so einfach zu überwinden waren. Doch mit Teamgeist wurde auch dieses Hindernis gemeistert. Das Gelände eignete sich hervorragend für viele kleine An- und Abstiege. So ging es einige Male hoch und wieder runter, vorbei an Containern, alten Autoreifen, Autowracks und künstlichen Mauern. Nach so vielen Leibesübungen stand erst mal ein Schlammbad an. Eine 20 Meter lange Schlammfurche, bewacht von zwei „Schlammskelettons“ bremste die Läufer ab. Nach der zähen Pampe, die bis zu den Oberschenkeln reichte, ging es mit schwerem, matschigem Geläuf direkt den nächsten Hügel hinauf. Einfach einmal Durchatmen war schwer. Wenigstens bot die kurz darauf folgende Versorgungsstation die Möglichkeit, die Akkus etwas aufzuladen. Kletternd und kriechend ging`s weiter, ehe die Strecke in den Wald führte. Auf der zwischen Bäumen gespannten Slackline konnte man seinen Gleichgewichtssinn trainieren. Danach hieß es erst mal laufen und ein paar Meter machen.

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Zum Ende hin wurde es nass

Bis zum Hindernis Nr. 35. Dieser letzte Streckenabschnitt sorgte Dank einiger Wasserhindernisse für die richtige Abkühlung, die man bei den vorherrschenden Temperaturen eigentlich nicht benötigte. Es begann mit zwei in der Bibert liegende Kanus, die tauchend bezwungen werden mussten. Das ließ bei dem ein oder anderen die Schnappatmung einsetzen. Ich muß zugeben, das Wasser war für die Jahreszeit schon gut abgekühlt. Weiter zu ein paar Röhren durch die man ins Wasser des besagten Flüßchens glit. An dieser Stelle wechselte man das Ufer. Das finale Wasserhindernis bildete eine ca. 4 Hindernislauf Bayern, Runterra 2015, Seemonster steht im WegMeter lange Rutsche, die abermals in den Fluten der Bibert endete. Als ob das Ganze nicht schon dramatisch genug gewesen wäre, erwartete uns auf der anderen Seite ein seltenes Seeungeheuer, ein „Menschkraken“, das vereinzelt in diesen Gefilden beheimatet schien. So etwas sieht man nicht alle Tage. Also schnell ein Selfi gemacht und der Strecke, vom Fluß kommend, Richtung Zielbereich gefolgt. Die erste Runde war beinahe geschafft. Eine letzte Rampe aus beschichtetem Holz und ein Kriechhindernis war noch zu meistern. Die Rampe hatte so ihre Tücken. Durch die vorherigen Wasserhindernisse war diese nass geworden und dadurch glitschig. Das Hochziehen an den Seilen gestaltete sich etwas mühsam, war aber machbar. Das sollte sich den folgenden Runden etwas ändern.

Auf zur 2ten und 3ten Runterra-Runde

Nach einer kleinen Stärkung ging ich die zweite Runde an. Der Parcours war nun belebter, da auch die 8- und 16 Kilometerläufer auf der Piste waren. Trotzdem verteilten sich die Läufer ganz passabel und es war ein gutes Durchkommen. Bis zur besagten Rampe kurz vor Ende der zweiten Runde. Hier staute es sich plötzlich, da zu diesem Zeitpunkt die meisten Läufer unterwegs waren und das Hindernis im Laufe der Zeit richtig glitschig geworden ist. Blöd nur, dass ich nach den Wasserhindernissen völlig durchnäßt war und mir nun die Beine in den Bauch stand. Bei Temperaturen um die 10° C begann ich zu frösteln. Der Teamspirit vor dem Hindernis jedoch ließ es mir wieder warm ums Herz werden :-). Jeder half jedem

und mit vereinten Kräften schafften es fast alle Teilnehmer die Rampe zu überwinden. Nach dieser unfreiwilligen Pause leutete ich meine dritte Runde ein. Jetzt war die Strecke deutlich leerer. Dies machte sich dann auch in meiner Zeit bemerkbar. Mit 1:13:52 war das die schnellste Runde. Insgesamt dauerte es 3:53:23 und über 200 Fotos bis ich ausgepowert die Ziellinie überquerte.Nach einer ersten Katzenwäsche machte ich mich noch am selben Abend auf weiter Richtung Süden in den Schwarzwald. Denn am nächsten Tag Stand das Finale des Rothaus Mudiators an.

Hindernislauf Bayern, Runterra 2015, Karte Streckenverlauf
Streckenverlauf RUNTERRA 2015, Zirndorf, Bayern

Fazit: Der RUNTERRA ist ein Lauf, bei dem Spaß und Teamgeist im Vordergrund stehen. Er ist gut organisiert und der Event ist ein großes Happening inkl. einer großen After-Race-Party. Was die Streckenführung betrifft, so bin ich kein Freund von „Runden laufen“. Dennoch ist dieser Lauf durch seine vielen Erd- und Sandhügel läuferisch recht anspruchsvoll, insbesondere dann, wenn man die 24 Kilometer absolviert. Die drei Distanzen 8, 16 und 24 Kilometer bieten jedem Teilnehmer eine leistungsgerechte Strecke. Die Hindernisse sind alle machbar, sodass sich der Lauf sowohl für Einsteiger als auch Wiederholungstäter eignet.

Hindernislauf Bayern, Runterra 2015, Diagramm Streckenprofil
Streckenprofil RUNTERRA 2015, Zirndorf, Bayern

Nun bin ich gespannt, was uns 2016 erwartet, denn das Orga-Team um Jutta und Frank Mützer planen nächstes Jahr insgesamt drei Läufe zu veranstalten. Zum ersten im April die RUNTERRA Olymp Edition in Winterberg, Nordrhein-Westfalen, zum zweiten im Juli die RUNTERRA Water Edition in der Lausitz, Brandenburg und zum dritten die RUNTERRA Adventure Edition in Bayern. Drei Events, die alle ihren eigenen Charakter haben werden. Wenn da aller guten Dinge nicht drei sind. Ich bin gespannt :-).

Euer
TC

 

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